Das Projekt der Lebenshilfe verzögert sich – Neubau soll 2019 in Betrieb gehen Betreut wohnen am Fohlenweg

Bielefeld (WB). Das Neubaugebiet Alleestraße in Quelle füllt sich nach und nach mit Einfamilienhäusern. Eine große Fläche indes wartet noch auf die Bebauung. Dort plant die Lebenshilfe auf 3000 Quadratmetern eine Einrichtung mit Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen; doch das Projekt ist ins Stocken geraten.

Von Peter Bollig
Noch liegt das etwa 3000 Quadratmeter große Gelände am Fohlenweg im Neubaugebiet Alleestraße brach. Die Lebenshilfe Bielefeld möchte dort ein Haus für drei Wohngruppen mit 24 Plätzen errichten. Im Jahr 2018 oder 2019 soll es den Betrieb aufnehmen.
Noch liegt das etwa 3000 Quadratmeter große Gelände am Fohlenweg im Neubaugebiet Alleestraße brach. Die Lebenshilfe Bielefeld möchte dort ein Haus für drei Wohngruppen mit 24 Plätzen errichten. Im Jahr 2018 oder 2019 soll es den Betrieb aufnehmen.

In der Queller Neubausiedlung mit vorwiegend Einzel- und Doppelhäusern ist das Vorhaben der Lebenshilfe eines von zwei Wohnprojekten: Das so genannte Wohnprojekt 5 einer privaten Initiative soll generationenübergreifendes Wohnen möglich machen und ist bereits weiter fortgeschritten (das WESTFALEN-BLATT berichtete). Das Projekt der Lebenshilfe Bielefeld indes sollte eigentlich 2016 in Betrieb gehen, aber selbst der Bauantrag konnte noch nicht gestellt werden.

Burkhard Herden, zuletzt Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnstätten GmbH und jetzt deren Bevollmächtigter, sowie sein Nachfolger Bernd Wlotkowski machen schwierige Abstimmungsgespräche und noch immer offene Fragen zum Projekt für die Verzögerungen verantwortlich. Aktuell warten sie darauf, dass die Baupläne von Fachämtern, Bauministerium und Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) endgültig abgenickt und die Finanzierung geklärt wird. Zudem hofft die Lebenshilfe auf die Zuwendung von anderen Stiftungen, um das Projekt realisieren zu können.

Betreuung rund um die Uhr

Für 3,2 Millionen Euro will die Lebenshilfe am Fohlenweg ein ein- bis zweigeschossiges Gebäude errichten, das Menschen mit Beeinträchtigung 24 Plätze in drei Wohngruppen bietet. Innerhalb der Gruppen leben die Bewohner in Einzelzimmern, im Obergeschoss sind acht Appartements geplant. Auch Einrichtungen für eine Tagesstruktur – Beschäftigungsmöglichkeiten für Bewohner, die keiner Arbeit nachgehen – sind vorgesehen. Die Bewohner werden rund um die Uhr betreut.

Herden zufolge wird das Haus zugleich der Ersatzneubau für das Haus Möllerstift in Brackwede. Das Haus Möllerstift mit 14 Plätzen entspreche langfristig nicht mehr den Anforderungen an eine solche Einrichtung. Es sei zwar grundsaniert und etwa durch einen Fahrstuhl erweitert worden, habe aber nur noch eine befristete Betriebserlaubnis für dieses Jahr, die aufgrund der Verzögerung beim Neubau aber verlängert werden soll. Bewohner aus dem Haus Möllerstift und aus anderen Wohneinrichtungen der Lebenshilfe sollen dann an den Fohlenweg umziehen. Haus Möllerstift soll von der Werkhaus GmbH der Lebenshilfe übernommen und Arbeitsstätte für Menschen mit Beeinträchtigung werden. Geplant ist darin unter anderem die Einrichtung eines Cafés. »Vielleicht wird es auch Treffpunkt für Vereine in Brackwede«, sagt Herden.

Seit 2010 plant die Lebenshilfe für das Neubauprojekt, das Grundstück hat sie längst gekauft. Weil aber viele Behörden wie die Stadt Bielefeld, der LWL und das NRW-Bauministerium involviert seien, ziehe sich die Planung hin. Unter anderem wollte die Lebenshilfe nur eingeschossig bauen, das sei ihr aber verweigert worden. Inzwischen seien die Baupläne für ein teilweise zwei- ansonsten eingeschossiges Haus abgestimmt. Jetzt gehe es vordringlich um die Finanzierung, damit der Bauantrag gestellt, das Projekt 2018 oder 2019 fertiggestellt werden könne.

Aus Elterninitiative entstanden

Die Lebenshilfe Bielefeld ist im Jahr 1959 als Elterninitiative gestartet und langsam gewachsen. Zu ihr gehören heute im Bielefelder Stadtgebiet Werkstätten, Kindergärten und Schulen, Integrationsfirmen, stationäre Wohneinrichtungen und betreutes Wohnen. Laut Herden und Wlotkowski soll es künftig weitere Angebote im Bereich Tagesstruktur geben, ein Objekt für »intensiv ambulant betreutes Wohnen« und möglicherweise eine eigene von der Lebenshilfe betriebene Bäckerei. 2002 ist die Stiftung Lebenshilfe gegründet worden, die die zwölf Unternehmen und Einrichtungen der Lebenshilfe unter ihrem Dach vereint.

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