Uni Bielefeld erhält Millionenförderung für dreijähriges Forschungsprojekt Wie sinnvoll ist Telemedizin?

Bielefeld (WB/bex). Televisiten, Videokonferenzen von Medizinern, Online-Videotelefonie für ältere Menschen und digitale Medikationspläne – wie sinnvoll sind diese neuen Formen der Gesundheitsversorgung? Forscher der Universität Bielefeld wollen die Frage in einem auf drei Jahre angelegten Vorhaben beantworten. Die Universität hat dafür mehr als eine Million Euro aus dem bundesweiten Innovationsfonds zur Gesundheitsversorgung in Deutschland erhalten.

Elektronische Visite in Kirchlengern: Chirurg Peter Rosellen übermittelt einem Hautarzt per Webkamera Bilder von Hautveränderungen an der Nase einer Patientin.
Elektronische Visite in Kirchlengern: Chirurg Peter Rosellen übermittelt einem Hautarzt per Webkamera Bilder von Hautveränderungen an der Nase einer Patientin. Foto: dpa

»Wir untersuchen, wie sich die Projekte auf die Versorgungssituation der Versicherten auswirken«, sagt Professor Dr. Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Der neue Innovationsfonds fördert erstmals ab diesem Jahr Projekte, die neue Konzepte für die Regelversorgung von Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen entwickeln. »Patienten sollen besser versorgt werden, ihre Behandlung und Betreuung sollen wirtschaftlicher werden.«

So beraten etwa in einem Projekt zur Telemedizin die Universitätskliniken in Aachen und Münster über digitale Medien 17 Krankenhäuser der Grundversorgung und zwei Ärztenetze in Bünde und Köln . Die Kliniken stellen ihr Wissen durch Televisiten, Expertenchats und Fortbildungen via Internet zur Verfügung. Ein anderes Projekt soll durch digitale Medikamentenpläne Hausärzten ermöglichen, unerwünschten Wechselwirkungen bei der Einnahme mehrerer Arzneien vorzubeugen. Außerdem untersucht die Uni ein Vorhaben zur Online-Videotelefonie von älteren Menschen mit Angehörigen und Ärzten.

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