Weihnachts-Matinee des Bunkers Ulmenwall in der Oetkerhalle - 2000 Besucher Besinnlichkeit, ade!

Bielefeld (WB). Würstchen und Kartoffelsalat, Gänsekeule und Stollen sind verdaut, der Weihnachtsbaum verliert die ersten trockenen Nadeln – Zeit, festliche Besinnlichkeit daheim zu lassen und in die Rudolf-Oetker-Halle zu gehen.

Von Burgit Hörttrich
Für beste Stimmung sorgt das Kozma Orkestra. Der kleine Saal der Oetkerhalle ist überfüllt.
Für beste Stimmung sorgt das Kozma Orkestra. Der kleine Saal der Oetkerhalle ist überfüllt. Foto: Thomas F. Starke

Zum zwölften Mal ging dort am zweiten Weihnachtsfeiertag die Weihnachts-Matinee, organisiert vom Bunker Ulmenwall e.V., über fünf Bühnen – und mehr als 2000 Musikliebhaber schnippen und wippen mit, wenn Solisten und Formationen den Ton angeben.

Zwar sind die Veranstalter auch nicht gefeit vor Absagen wegen Krankheit – so fällt der Theater-Kinderworkshop aus und Kristin Shey springt ein für »Molaski« – das Publikum ist aber nicht fixiert auf eine besondere Band, sondern wandert herum, drängt sich im kleinen Raum neben dem Foyer, versucht, noch in den Probenraum zu kommen oder sichert sich einen Platz im großen Saal. Dort treten mit BiBop die Bigband der Musik- und Kunstschule auf, gefolgt von der Projektband »Colors of Music«. Junge Flüchtlinge haben im Bunker Ulmenwall einen Chor entwickelt, es finden Workshops mit Instrumenten wie Trommeln und Saz statt, schließlich kommen Sänger aus Bielefeld dazu.

Als im kleinen Saal das Kozma Orkestra, eine Formation, die Musik macht zwischen Blaskapelle und groovigen Klängen, auftritt, ist das Gedränge so groß, dass der Zugang regelrecht reglementiert werden muss. Wer nicht hinein kommt, muss den Klängen von Tuba, Posaune, Saxofon und Akkordeon eben von den Gängen aus lauschen.

Außergewöhnliche Klangwelten sind ebenso vertreten und locken die Spezialisten an wie Songs zum Mittanzen (wenn der Platz das hergibt).

Wer es zwischendurch etwas ruhiger mag, kommt bei den Lesungen des Chilli-Verlages auf seine Kosten. Dabei sind unter anderem der offizielle Erfinder des Science Slam und Wilhelm-Busch-Preisträger Alex Dreppec, Frank Stückemann, Experte für den Aufklärer und Jöllenbecker Landpfarrer Johann Moritz Schwager, aber auch die erst 17-jährige Schülerin Miriam Sonntag.

Mehr als 40 ehrenamtliche Helfer und die Oetkerhallen-Stammbesatzung sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Drei-Stunden-Programms. Und wer nach Gänsekeule & Co. immer noch oder wieder Appetit hat – auch dem wird geholfen.

Der Erlös der Benefiz-Veranstaltung kommt der Kultur- und Jugendarbeit des Bunker zu Gute.

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