Insassen profitieren von Weihnachtsamnestie in der JVA Brackwede und der JVA Senne 216 Häftlinge vorzeitig entlassen

Bielefeld WB/(peb). Etlichen Insassen der beiden Bielefelder Gefängnisse beschert die Weihnachtszeit eine vorzeitige Entlassung. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Senne, größtes Gefängnis Deutschlands und größte Haftanstalt für offenen Vollzug in Europa mit zwei Hafthäusern in Senne und Ummeln sowie mehreren Außenstellen in der Region, profitieren 193 Männer und Frauen von der Weihnachtsamnestie. Das sind nach Angaben der JVA so viele wie noch nie.

In der JVA Senne, hier das Hafthaus Ummeln, profitieren Häftlinge von der Weihnachtsamnestie.
In der JVA Senne, hier das Hafthaus Ummeln, profitieren Häftlinge von der Weihnachtsamnestie. Foto: Peter Bollig

Die hohe Zahl sei ein Zufall, weil in diesem Jahr besonders viele Häftlinge die Kriterien für die Amnestie erfüllten, hieß es. Demnach kommen für die vorzeitige Entlassung Straftäter infrage, die für diese Vergünstigung geeignet seien. Voraussetzung sei unter anderem, dass sie ohnehin bald entlassen würden und gegen sie keine Disziplinarmaßnahmen verhängt worden seien.

Darüber hinaus darf auch ein großer Teil der übrigen Insassen des offenen Vollzugs über die Feiertage nach Hause. »Langzeitausgang« heißt diese Form von Hafturlaub. Laut JVA Senne sitzen derzeit 1470 Straftäter in der Anstalt ein, darunter etwa 80 Frauen.

Hafturlaub während der Feiertage ist unterdessen eine Form der Begünstigung, die in der schärferen Form des geschlossenen Vollzugs kaum von Bedeutung ist, wie Martin Wulfert, stellvertretender Leiter der JVA Brackwede an der Umlostraße – ein Gefängnis für den geschlossenen Vollzug – sagt. Allerdings greift auch dort die Weihnachtsamnestie für Häftlinge, deren Strafe in Kürze enden würde und die mindestens einen Monat einsitzen. 17 Männer und 6 Frauen dürfen vorzeitig die Haft beenden. Insgesamt verbüßen 471 Männer und 59 Frauen in der JVA Brackwede derzeit ihre Haftstrafe. »Wir sind voll belegt«, sagt Wulfert.

Für die Insassen, die die Feiertage hinter Gittern verbringen, soll es besonderes Essen, Weihnachtsfeiern und seelsorgerische Betreuung geben.

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