Frauen entreißen einer Besitzerin ihren Jack-Russell-Terrier Betty geraubt

Bielefeld(WB). Verkauft eine Bande kleine Hunde, um sie anschließend zu rauben und erneut zu verkaufen?

Von Jens Heinze
Betty, als die Hündin noch zu Hause war.
Betty, als die Hündin noch zu Hause war.

Nicole H. (33) aus Bielefeld wurde Opfer eines ungewöhnlichen Überfalls. Eine Frau (46) und ihre Tochter (23) aus Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) umzingelten die Angestellte mittags auf offener Straße in einem Wohngebiet, schlugen und traten sie und raubten ihr schließlich die kleine Hündin Betty. So steht es in der Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Der Jack-Russell-Terrier, den die zwei Frauen zuvor an die Bielefelderin verkauft hatten, ist seitdem verschwunden. Obwohl Nicole H. inzwischen in einem Zivilverfahren einen Gerichtsbeschluss erwirkt und einen Gerichtsvollzieher einschaltet hat, bekam sie Betty nicht zurück. Angeblich befindet sich der Hund bei einem Verwandten der mutmaßlichen Hunderäuberinnen in Frankreich.

Haben die Mutter und ihre Tochter den Terrier nur an Nicole H. verkauft, um der 33-Jährigen das Tier wieder abzunehmen?

Bevor Nicole H. die Hündin übernahm, soll Betty von den mutmaßlichen Täterinnen an eine Nageldesignerin aus Gütersloh verkauft worden sein. Von dieser Frau sollen sich Mutter und Tochter den Hund ebenfalls zurückgeholt haben. Rechtsanwalt Carsten Ernst, der Nicole H. vertritt: »Leider kennen wir den Namen der Nageldesignerin nicht. Es wäre schön, wenn sie sich unter 05 21 / 96 20 00 bei mir meldet.« Ernst möchte wissen, ob es ähnliche Fälle von Hunderaub gibt.

Nicole H. ist mit Hunden im Elternhaus großgeworden. Als die Angestellte Ende Januar die Hundedame Betty von einer deutsch-armenischen Familie in Schloß Holte-Stukenbrock kaufte, ahnte sie nicht, was bereits wenige Tage später auf sie zukommen würde. Der Terrier wurde gerade in seinem neuen Zuhause in Bielefeld-Senne heimisch, als die Verkäuferinnen plötzlich Forderungen erhoben. Erst sollte die neue Besitzerin einen Schutzvertrag für den Hund unterzeichnen, doch das tat sie nicht: »Dann hätten die Verkäufer mir das Tier jederzeit wieder wegnehmen können, ohne den Kaufpreis zurückzuzahlen.«

Der Druck auf die 33-Jährige nahm zu. Die Verkäuferinnen erstatteten bei der Kripo Betrugsanzeige gegen Nicole H. Sie sollte nur 400 Euro statt der angeblich vereinbarten 480 Euro gezahlt haben. Die 33-Jährige bestreitet das. Als Beweis präsentiert sie ein Foto von der Verkaufsanzeige aus dem Internet. Dort ist der Preis auf 400 Euro festgesetzt. »Ich werde mir den Hund mit jedem Mittel zurückholen«, lautet eine Nachricht, die auf dem Handy von Nicole H. einging. Am 16. Februar machten die Verkäufer ernst. Die 33-Jährige wurde beim Gassi gehen 500 Meter vor ihrer Haustür überfallen. Bevor die Frauen mit dem Hund flüchteten, bekam die 33-Jährige einen Tritt in den Unterleib. »Ich habe am ganzen Leib gezittert und wie verrückt geweint«, erinnert sich die Angestellte an jenen Tag.

Das Amtsgericht Bielefeld wird sich demnächst mit dem Hunderaub beschäftigen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die beiden Räuberinnen erhoben.

Kommentare

Ab in den Bau mit diesen Verbrechern. Die sind bestimmt auch wegen anderer Delikte aufgefallen.

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