22 Teams aus OWL starten beim 10. Bobby Car-Solar Cup auf dem Stadtwerke-Gelände Mutige Piloten geben »Gummi«

Bielefeld (WB).Schon beim seinem ersten Lauf ließ es Jan richtig krachen. Mit einer Rundenzeit von 46 Sekunden lieferte der Neunjährige einen absoluten Streckenrekord. Schneller war noch niemand beim Bobby Car-Solar Cup, der am Samstag zum zehnten Mal ausgefahren wurde.

Von Hendrik Uffmann
Foto: Christina Falke

Dazu hatte dem »Piloten« der Ravensberger Erfinderwerkstatt sein Team auch einen High-Tech-Boliden hingestellt. »Wir habe das Bobby-Car komplett neu aufgebaut mit einem Chassis aus Kohlefaser. Außerdem habe wir Hochleistungselektronik eingebaut«, erklärte Fabian Hilpert, Student an der Bielefelder Fachhochschule, der die Mannschaft betreut.

Hochleistungs-Elektronik im Einsatz

Ähnlich professionell war auch das Team des Bielefelder Ceciliengymnasiums am Start. Um den Flitzer noch schneller zu machen, hatten die Tüftler die Kondensatoren und Relais des Standard-Bausatzes ausgetauscht – jedoch alles im Rahmen der erlaubten Werte, betonte Tobias Kock von der Firma Häfner, der die Gymnasiasten unterstützt hat. »Wir haben das Regelwerk voll ausgeschöpft.«

22 Teams von Schulen aus Bielefeld und der Region waren bei der zehnten Auflage des Wettbewerbs am Samstag am Start. Wie in den Vorjahren hatten sie alle im Februar, wie berichtet, den identischen Bausatz erhalten, zu dem neben einem handelsüblichen Bobby Car auch Motor, elektrische Regler und ein Solar-Modul zählen, um daraus einen Renn-Boliden zu bauen.

Kooperation mit Unternehmen

Hilfe holten sich die Schüler dabei bei Sponsoren und Unternehmen aus Technik-Branchen. Und diese Kooperation ist das eigentliche Hauptziel des Wettbewerbs. »Mit dem Bobby Car-Solar Cup wollen wir junge Leute und Unternehmen zusammen bringen, um die spannenden Berufe in den Betrieben praktisch erlebbar zu machen«, sagte Thomas Richter, Chef der Bielefelder Arbeitsagentur, die Hauptförderer des Cups ist. Denn, so Richter: »Nur mit den Jugendlichen gemeinsam können wir etwas gegen den Fachkräftemangel in der Wachstumsbranche der erneuerbaren Energien tun.«

Am Samstag ging es jedoch vor allem um eines: das Rennfieber. In der Boxengasse schraubten Schüler und Lehrer noch bis zur letzten Minute vor dem Start an ihren Rennern, die mit einem gewöhnlichen Bobby Car meist nichts mehr gemeinsam hatten, und konzentrierten sich die jungen Fahrer auf die Strecke.

Trotzdem machte bei manchen die Technik schlapp. Der Flitzer der Peter-Hille-Realschule aus Nieheim (Kreis Höxter) blieb schon beim Start stehen, Kristin (9) von der Realschule Fürstenberg aus Bad Wünnenberg, eine von mehreren Mädchen am Steuer, brannte ausgerechnet in der ersten Schikane eine Sicherung am Elektromotor durch.

Die Kurven haben es in sich

Die größten Herausforderungen für die jungen »Piloten« waren »das Drehkreuz und die scharfen Kurven«, fand Lars (8), der am Steuer des Boliden des Max-Planck-Gymnasiums Gas gab. Dass die Strecke es in sich hatte, merkte auch Colin (8), Fahrer des Steinhagener Gymnasiums. Er touchierte kurz vor dem Ziel einen Heuballen der Streckenbegrenzung, so dass sein Bobby Car umkippte. »Mir ist aber nix passiert«, meinte er nach dem Rennen lässig.

Doch ob Bestzeit oder technische Probleme – jedes Team feuerte seinen Fahrer an, jubelte bei jeder waghalsig genommenen Kurve.

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