BLB will Desaster wie beim Fachhochschulbau vermeiden Risikoprüfung für Uni-Baustelle

Bielefeld (WB/bp). Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) will ein Desaster wie beim Bau der neuen Fachhochschule um jeden Preis vermeiden.

Das Universitäts-Hauptgebäude wird saniert. Jetzt werden die ersten Bauschritte einer Risikoprüfung unterzogen.
Das Universitäts-Hauptgebäude wird saniert. Jetzt werden die ersten Bauschritte einer Risikoprüfung unterzogen. Foto: Thomas F. Starke

Deshalb soll im Rahmen der Modernisierung des Universitäts-Hauptgebäudes noch in diesem Monat mit einer sogenannten »sorgfältigen Risikoprüfung« begonnen werden, um jetzt, zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt mögliche Mängel zu entdecken, damit später keine groben Fehler unter hohem finanziellen Einsatz ausgebügelt werden müssten.

»Ein Meilenstein«, sagt Carsten Pilz, Sprecher der BLB-Niederlassung Bielefeld. Man wolle »nachjustieren«, bevor man in die Detailplanungen eintrete: »Entwurfs- und Genehmigungsplanung sind bei der Bezirksregierung abgegeben.« Es gehe schließlich um eine »äußerst komplexe Maßnahme mit Abriss, Schadstoffsanierung und Neubau auf engstem Raum.« Für BLB-NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems, seit März 2015 im Amt, haben die Entscheidungen gerade in frühen Projektphasen großen Einfluss auf zum Beispiel Termintreue, Kosten und Qualität eines Projektes. Die Risikoprüfung sei eine Weichenstellung für die Zukunft und, so Carsten Pilz, eine Folge auch der generellen Neustrukturierung des BLB.

Der war ins Gerede gekommen, unter anderem auch mit dem Neubau der Fachhochschule Bielefeld. Die Gesamtkosten stiegen nach Angaben des Landesrechnungshofes (Februar 2016) von 161 auf 279 Millionen Euro – eine Steigerung um 73 Prozent. Auch die Fertigstellung verzögerte sich um zwei Jahre auf den Beginn des Wintersemesters 2015/16.

Als Ursachen wurden unter anderem erhebliche Planungs- und Bauablaufstörungen, unzureichende Untersuchung der Bodenverhältnisse und die Nichtbeachtung von Verfahrensregeln, aber auch fehlende Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und ein »auf ein Mindestmaß herunter gerechnetes Baubudget« aufgeführt. Aktuell betont der Landesbetrieb aber, 96 Prozent seiner Projekte im Kostenrahmen zum Abschluss zu bringen.

Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt der Universität, darunter die Schadstoffsanierung, laufen »normal weiter«, so Carsten Pilz. Für die Universität sei es auch wichtig, dass der Hochschulbetrieb »weiter gewährleistet werden« könne.

Das Uni-Hauptgebäude wird in sechs Abschnitten modernisiert. Der erste Bauabschnitt umfasst die Gebäudeteile A, B, K, R, S und J. Der Komplex wurde bereits vor über einem Jahr vom übrigen Gebäude getrennt. Die Lärm- und Staubschutzwand nutzt die Uni unter anderem als Leinwand fürs Baustellenkino.

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