Gefährliche Körperverletzung und Waffenverstoß – 47-Jähriger verurteilt Bielefelder schießt im Bordell: Haftstrafe

Bielefeld (WB/hz). Weil er in einem Bordell im lippischen Lage zu einer Schusswaffe gegriffen und abgedrückt hat, soll ein Bielefelder (47) für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das urteilte jetzt ein Schöffengericht in Detmold und sprach den Bielefelder schuldig wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Fast auf den Tag genau fünf Monate nach der Schießerei in diesem Bordell wurde der Schütze verurteilt.
Fast auf den Tag genau fünf Monate nach der Schießerei in diesem Bordell wurde der Schütze verurteilt.

Aus welchem Motiv der Angeklagte am frühen Morgen des 17. Februar im Etablissement in Lage-Waddenhausen zu einer halb automatischen Pistole vom Kaliber neun Millimeter griff und einen zur Tatzeit 25-jährigen Kontrahenten aus Bad Salzuflen in einen Fuß schoss, das blieb vor Gericht letztlich ungeklärt. Angeblich soll es um Schutzgelderpressung, Rauschgift und Ärger um Spielautomaten gegangen sein. Der Angeklagte jedenfalls will sich vom späteren, leicht verletzten Schussopfer und seinen Begleitern bedroht gefühlt haben. Diese wiesen das zurück.

Nach der Tat flüchtete der Bielefelder aus dem Bordell und tauchte zunächst unter . Der ermittelnde Staatsanwalt Christopher Imig leitete ein Strafverfahren wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ein. Eine 26-köpfige Mordkommission suchte nach dem 47-Jährigen. Der stellte sich Tage später schließlich mit seinem Bielefelder Anwalt Peter Wüller den Ermittlern, zahlte eine vierstellige Kaution und kam gegen Auflagen wieder frei.

Der Vorwurf eines versuchten Tötungsdeliktes ließ sich letztlich nicht mehr aufrecht erhalten. Die Tat war von der Videoüberwachung des Bordells gefilmt worden. So stellte das Schöffengericht bei der Urteilsverkündung fest, dass der Schuss aus der Waffe des Bielefelders nicht gezielt auf den Kontrahenten, sondern in Richtung Boden abgefeuert wurde.

Verteidiger Peter Wüller und der Angeklagte akzeptieren die verhängte Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten nicht. Die Berufung zum Landgericht Detmold ist bereits eingelegt.

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