Stadtbahn-Unfälle auf Artur-Ladebeck-Straße: Stadt will Gefahrenstellen entschärfen Zwei neue Linksabbiegerspuren

Bielefeld  (WB). Immer wieder krachen Autos und Stadtbahnen auf der Artur-Ladebeck-Straße gegeneinander. Zuletzt gab es am Dienstag vergangener Woche einen Zusammenstoß, bei dem fünf Menschen verletzt wurden. Die Stadt will jetzt 2017 zwei Gefahrenstellen mit Linksabbiegerspuren entschärfen – an der Einmündung zur Straße Am Ellerbrocks Hof (Windsor) und der Einmündung südlich der Astastraße, die in ein kleines Gewerbegebiet an einem Kalkberg führt.

Von Stefan Biestmann
Dienstag vergangener Woche hatte es zuletzt auf der Artur-Ladebeck-Straße gekracht, als ein Auto mit der Stadtbahn kollidierte.
Dienstag vergangener Woche hatte es zuletzt auf der Artur-Ladebeck-Straße gekracht, als ein Auto mit der Stadtbahn kollidierte. Foto: Pierel

Streng genommen spreche man bei den Einmündungen nicht von Unfallhäufungsstellen, berichtet Reinhard Thiel, Leiter des Amts für Verkehr. Denn dazu müsste es pro Jahr mindestens drei ähnliche Unfälle an der Stelle geben. »Aber aufgrund der Schwere der Unfälle, gerade mit Stadtbahnen, haben wir diese Stellen schon länger im Visier und wollen an diesen kritischen Punkten jetzt tätig werden.«

Gefahrenpunkt eins ist die Einmündung in die Straße Am Ellerbrocks Hof. Die Straße soll stadtauswärts vor der Einmündung verbreitert und nach rechts »verschwenkt« werden. Die Familie Oetker habe bereits zugestimmt, dass die Stadt einige Quadratmeter Fläche des Seitenstreifens kaufe, berichtet Thiel. Künftig sollen sich an dem Knotenpunkt drei Spuren stadtauswärts befinden. Die neue Linksabbiegerspur würde dann Platz für etwa fünf Autos bieten.

Allerdings müssten die Bauarbeiten aufgrund der Kanalarbeiten auf der Artur-Ladebeck-Straße vorerst zurückgestellt werden. Thiel rechnet mit einem Baubeginn spätestens im Sommer 2017.

Die zweite Gefahrenstelle ist die Einmündung südlich der Astastraße. Hier gebe es zwar schon jetzt Sondersignale für die stadteinwärts fahrenden Autos, sobald sich eine Stadtbahn nähere, berichtet Thiel. Doch das Problem sei, dass manchmal von beiden Seiten Stadtbahnen kämen und der Autofahrer das Signal nur auf die ihm entgegenkommende Bahn beziehe – und die andere übersehe.

Aktuell gebe es an der Einmündung in Richtung Innenstadt drei Spuren: eine kleine Spur für Rechtsabbieger, eine Geradeausspur und eine geteilte Geradeaus-/Linksabbiegerspur. Künftig soll es hier eine separate Linksabbiegerspur geben – sowie eine Geradeausspur und eine Geradeaus/-Rechtsspur. Dann könnte es auch ein Extra-Ampelsignal nur für die Linksabbiegerspur geben.

Allerdings solle mit dem Umbau ebenfalls bis 2017 gewartet werden. »Denn hier hat es auch eine beträchtliche Zahl von Radunfällen geben«, berichtet Thiel. »Wir wollen also eine Gesamtlösung für diesen Knotenpunkt finden.« Im Herbst sollen die Pläne diskutiert werden. Zunächst tagt die Unfallkommission, in der neben Vertretern der Straßenverkehrsbehörde auch Polizei und Straßenbaulastträger vertreten sind. Später stimmen die politischen Gremien ab.

Mit einer Zwischenlösung will die Stadt aber an der Stelle Stadtbahn-Unfälle vermeiden. »Wir haben das Signalprogramm verändert«, berichtet Thiel. Seit vergangener Woche seien immer dann, wenn Stadtbahnen die Einmündung passieren, die Ampeln einige Sekunden lang rot.

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