Vier von aktuell noch 13 Zweigstellen in Ostwestfalen-Lippe betroffen Deutsche Bank schließt Filialen

Bielefeld/Höxter (WB). Die Deutsche Bank zieht sich in Ostwestfalen-Lippe weitgehend aus der Fläche zurück. Vier Filialen werden geschlossen. In NRW sind es 51, in Deutschland insgesamt 188 – jede vierte, wie am Sonntag bekannt wurde.

Von Bernhard Hertlein
Die Filiale in Höxter wird mit der Zweigstelle Detmold der Deutschen Bank zusammengeführt.
Die Filiale in Höxter wird mit der Zweigstelle Detmold der Deutschen Bank zusammengeführt. Foto: Michael Robrecht

Offiziell handelt es sich um Zusammenlegungen. So geht das größte private deutsche Geldinstitut davon aus, dass Kunden, die bislang beispielsweise bei der Deutschen Bank im Bielefelder Stadtteil Sennestadt, Elballee, geführt wurden, künftig von der Zweigstelle im acht Kilometer entfernten Stadtteil Brackwede, Hauptstraße, mitbedient werden. Minden soll die Filiale Lange Straße in Lübbecke, Detmold die Zweigstelle Weserstraße in Höxter und Herford die Filiale Bünde, Bahnhofstraße, aufnehmen.

Die Paderborner Zweigstelle der Deutschen Bank wird auch für Kunden zuständig sein, die bisher in Brilon geführt wurden. Kunden in Geseke sollen nach Lippstadt, die in Warendorf nach Münster.

Alle Zweigstellen sollen Private-Banking-Beratung anbieten

In einem Brief an die Kunden erklärt Martin Renker, der Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Nordwest der Deutschen Bank, dass die größeren Filialen auch deutlich leistungsfähiger sein werden. Alle Zweigstellen böten künftig auch Private-Banking-Beratung und den Service für Geschäfts- und Firmenkunden.

Die Maßnahme soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Danach hat die Deutsche Bank in Ostwestfalen-Lippe voraussichtlich noch neun Filialen, darunter zwei in Bielefeld plus Paderborn, Minden, Detmold, Gütersloh, Herford, Bad Oeynhausen und Bad Salzuflen. Hinzu kommen einige Zweigstellen etwa in Bad Driburg, Halle und Harsewinkel, in denen nur Geldautomaten aufgestellt sind.

Immer mehr Kunden nutzen Online-Banking

Die Deutsche Bank hatte im Juni angekündigt, dass im Zuge ihres Sparkurses gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden. Die Zahl der Standorte werde von 723 auf 535 sinken. Welche Zweigstellen aufgegeben werden, darüber hüllte sich das Institut bis gestern in Schweigen.

Bei der Verkleinerung des Filialnetzes reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben insbesondere darauf, dass die Zahl der Kunden, die Online-Banking nutzen, ständig wächst. Jeder zweite Kunde komme nur noch ein Mal im Jahr selbst in die Filiale. Begleitet wird das Schließungsprogramm von Investitionen. So sollen bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau des digitalen Angebots fließen. Zudem sollen in so genannten Beratungscentern in Deutschland 360 Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb klassischer Banköffnungszeiten.

Neben dem bevölkerungsreichsten Bundesland NRW ist die Hauptstadt Berlin besonders betroffen. Von 43 Filialen, die geschlossen werden, entfallen 26 auf die Konzerntochter Berliner Bank.

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