Staatsschutz-Ermittlungen: Gremium appelliert an Moschee-Vereine Imam-Suspendierung gefordert

Bielefeld  (WB). Aufgrund der polizeilichen Ermittlungen gegen den Imam der Masjid-Tauhid-Moschee hat der Integrationsrat den Verein aufgefordert, den Prediger vorübergehend zu suspendieren. »Bis die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind, sollte der Verein den Imam von seinen Aufgaben entbinden«, sagt Integrationsratsvorsitzender Mehmet Ali Ölmez dem WESTFALEN-BLATT.

Von Stefan Biestmann
Mehmet Ali Ölmez ist Chef des Integrationsrats.
Mehmet Ali Ölmez ist Chef des Integrationsrats. Foto: Starke

Wie berichtet, will ein syrischer Flüchtling in der Moschee an der August-Bebel-Straße mitbekommen haben, wie der Imam für den »Kampf gegen Ungläubige« geworben hat. Er meldete den Vorfall der Polizei, so dass der Staatsschutz die Ermittlungen aufnahm. Der Moschee-Betreiber, der marokkanisch geprägte »Verein für islamische Erziehung und Kultur«, weist alle Vorwürfe zurück. Gegen den seit mehr als einem Jahr in der Gemeinde tätigen Imam aus Marokko habe es bislang keine Klagen gegeben, teilt der Verein mit. Es bestehe aus Sicht des Vorstandes kein Grund zu einer Entlassung.

Der Integrationsrat fordert alle Moschee-Gemeinden auf, verdächtige Vorfälle der Polizei zu melden. »Die Vereine müssen mit offenen Karten spielen und Transparenz zeigen. Es darf nichts verschleiert und nichts gedeckt werden«, sagt Ölmez. »Und schon gar nicht dürfen die Vereine Angst haben.« Denn nur so können die Moschee-Gemeinden Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen. »Die Moscheen sind dazu verpflichtet, eine demokratische und weltoffene Kultur zu vermitteln«, meint Ölmez. Es sei wichtig, immer die Ohren offen zu halten – und auch bei externen Besuchern genau hinzuschauen.

Sollten die Vorwürfe gegen den Imam zutreffen, so wäre das »ein Schlag für die Moschee-Gemeinden«, sagt Ölmez. Denn die Vorbehalte gegen muslimische Gemeinden könnten durch solche Vorfälle zunehmen, glaubt er. Der Integrationsrat will nun ein Gespräch mit dem Moschee-Verein vereinbaren – und über mögliche Konsequenzen sprechen.

Nach den Sommerferien will der Integrationsrat in der Innenstadt wieder Grundgesetze verteilen – als Antwort auf die Koran-Verteilung von Salafisten in der Bahnhofstraße. »Mein Ziel ist es, dass sich daran auch viele Moschee-Gemeinden beteiligen – und somit für die freiheitliche demokratische Grundordnung werben.«

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