Verhandlung am 8. September Brandserie: Feuerwehrmann angeklagt

Bielefeld (WB/uko). Ein 19-jähriger Feuerwehrmann ist wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung in neun Fällen angeklagt worden. Ein Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bielefeld soll den Fall bereits am 8. September verhandeln.

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In Schildesche war es im Frühjahr zu einer Brandserie gekommen, die dann am 5. April ihr Ende fand. Festgenommen wurde damals der 19-jährige Bielefelder, der zudem aktiv in einer Freiwilligen Feuerwehr war. Die Ermittler wiesen ihm fünf Fälle von Sachbeschädigung nach, weil er jeweils Papiercontainer angezündet hatte. Am 5. April schließlich hatte er eine Gartenlaube in Schildesche angesteckt.

Außerdem gab es noch eine weitere Gartenlaube, die brannte und obendrein hatte von einem angesteckten Papiercontainer sogar eine Hauswand Feuer gefangen. Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann wertete diese Tat danach als schwere Brandstiftung, weil ein Wohnhaus angezündet worden war.

Der junge Mann ist mittlerweile von einem Gutachter psychiatrisch untersucht worden. Er sitzt derzeit auch nicht in Untersuchungshaft, sondern ist vorläufig in der Jugendpsychiatrie in Rheine untergebracht worden. Der 19-Jährige soll bei allen Taten nur erheblich eingeschränkt schuldfähig gewesen sein.

Nach dem Gutachten soll der 19-Jährige ausgesagt haben, dass er »eine unbändige Wut in sich spüre«, sagte die Staatsanwältin. Er habe dieses Gefühl dann mit dem Anzünden von Containern kompensiert. Stefanie Jürgenlohmann: »Er stuft sich selbst als gefährlich ein.« Grund für die Persönlichkeitsstörung des Angeschuldigten sollen traumatische Kindheitserlebnisse sein. Angeblich soll er in einem Kinderheim sexuell missbraucht worden sein.

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