Beamte erteilen fünf Verwarnungen am Jahnplatz – Fans fühlen sich benachteiligt Portugiesische EM-Feier: Kritik an Polizei

Bielefeld (WB/sb). Weil sie zu lange und zu laut in der Nacht zu Montag den EM-Titel ihres Heimatlandes am Jahnplatz feierten, kassierten nach Polizeiangaben fünf Portugiesen eine Verwarnung. Die Verwarnungen, die zwischen 1 und 2 Uhr verteilt worden, bezogen sich nach Polizeiangaben vor allem auf das anhaltende Hupen der Autos.

Foto: Frank Spiegel

Portugiesische Fans kritisieren jetzt das Vorgehen der Polizei. So meint Simao Botelho, Betreiber des portugiesischen Cafés Alfama in Bielefeld: »Ich habe den Eindruck, dass bei anderen ausländischen Nationen, die in Bielefeld nachts gefeiert haben, die Polizei ein Auge zudrückt.« Dies könne nach Botelhos Meinung auch daran gelegen haben, dass die Portugiesen nur mit einer kleinen Fan-Gruppe am Jahnplatz gewesen sei.

Die Polizei weist die Vorwürfe entschieden zurück. »Wir benachteiligt keine Nationen«, sagt Polizeisprecher Michael Kötter. So sei die Polizei zum Beispiel auch nach einem Türkei-Vorrundenspiel eingeschritten. Als die türkischen Fans in der City feierten und sich nicht an die Regeln hielten, seien ebenfalls Verwarnungen verteilt worden.

In den Stunden nach dem Portugal-Spiel hätten sich vier Anwohner über den Lärm am Jahnplatz beschwert, berichtet Polizeisprecher Michael Kötter. Trotz mündlicher Ermahnungen hätten die etwa 30 portugiesischen Fans, die in 15 Autos saßen, bis weit nach 1 Uhr weiter gehupt. Deswegen sei die Polizei schließlich eingeschritten und habe die größtenteils aus dem Kreis Gütersloh stammenden Fans verwarnt.

Die Polizei habe vor der EM mitgeteilt, dass es auch für Autokorsos und für das Feiern in der Innenstadt Regeln gebe. Zwar solle immer mit Augenmaß agiert werden, aber bei eklatanten Regelverstößen habe die Polizei keine Wahl, sagt Kötter. Schließlich sei es auch Aufgabe der Polizei, Ruhestörungen zu vermeiden. »Es gibt schließlich Anwohner, die am nächsten Morgen früh aufstehen müssen, um zur Arbeit zu gehen«, sagt Kötter.

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