Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft – Trotzdem wird weiter in Schildesche und Theesen gezündelt Kripo sucht schon wieder Brandstifter

Bielefeld (WB). Trotz der Verhaftung eines mutmaßlichen Serienbrandstifters (19) kommt es in Schildesche und Theesen weiter zu nächtlichen Brandanschlägen. Der oder die bislang völlig unbekannten Kriminellen, die für die zweite Brandserie verantwortlich sind, können jederzeit und überall zündeln. Sie suchen sich stets leicht entflammbare und ungesicherte Ziele aus.

Von Jens Heinze
Auch das Feuer am Montag in der Kleingartenanlage Höner-Drewer soll von Serienbrandstiftern gelegt worden sein.
Auch das Feuer am Montag in der Kleingartenanlage Höner-Drewer soll von Serienbrandstiftern gelegt worden sein. Foto: Hans-Werner Büscher

Bislang letzte Tat dieser Kriminellen war offenbar das Feuer am Montagabend in einer hölzernen Großvoliere mit etwa 80 toten Vögeln in Theesen. »Es handelt sich um Brandstiftung. Das Feuer ist an der Holzhütte an zwei Stellen gelegt worden«, sagte Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer.

Rückblick: Seit dem 7. März brennt es in den Stadtteilen Theesen, Schildesche, Gellershagen und Sudbrack immer wieder. Inzwischen ermittelt die Kripo nach mehr als 20 Bränden mit einem Gesamtschaden jenseits der 50.000-Euro-Grenze.

Teil gilt als aufgeklärt

Ein Teil der Feuer gilt als aufgeklärt. Unmittelbar nach dem nächtlichen Brand einer Gartenhütte am 5. April an der Voltmannstraße nahmen Polizisten einen 19-Jährigen fest. Seine Hände rochen noch nach Benzin, dass er als Brandbeschleuniger eingesetzt hatte.

Bei diesem jungen Mann handelte es sich ausgerechnet um einen freiwilligen Feuerwehrmann einer der zehn Löschabteilungen des Bielefelder Brandschutzbezirkes West. Der Verdächtige gestand, sieben Mal an der Voltmannstraße/Flehmannshof/Haferkamp/Wiesenbrede und am Hägerweg gezündelt und seine Taten fotografiert zu haben.

Seit zwei Wochen in U-Haft

Der 19-Jährige, angeblich ein Einzeltäter, sitzt nun seit mehr als zwei Wochen in Untersuchungshaft. Er geriet als Neunjähriger erstmals in das Visier der Kripo, weil er im Jahr 2006 einen Müllcontainer in Gellershagen angezündet haben soll.

Nicht aufgeklärt ist dagegen eine zweite Serie von nächtlichen Brandstiftungen im Bielefelder Norden, die in der Nacht zum 7. März begann. Vorläufiges Ende ist, soweit derzeit bekannt, der Brandanschlag vom vergangenen Montag in der Theesener Kleingartenkolonie Höner-Drewer an der Straße Am Johannisbach.

Wie berichtet, starben zu Wochenbeginn etwa 80 Ziervögel, als die Holzhütte mit integrierter Großvoliere von Züchter Rainer Aust (62) in Flammen aufging. Die Tatorte ziehen sich mittlerweile von einem Wohngebiet an der Straße Im Bergsiek in Theesen über die Rosenheide, das Feuerholz und die Apfelstraße bis zur Sudbrackstraße in Schildesche. Zudem brannte es an der Turbinenstraße an der Grenze der Stadtbezirke Schildesche/Mitte.

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