Bielefelder Rapper Fey-Z veröffentlicht Album und träumt von Plattenvertrag Eine Hommage an Stieghorst

Bielefeld  (WB). »Hier bin ich groß geworden, hier hat alles angefangen«, sagt Fey-Z. Was ist da also naheliegender als sein Album nach »seinem« Stadtteil Stieghorst zu benennen. Sein nunmehr viertes Mixtape erscheint am 24. April zum freien Download.

Von Jan Dresing
Der Bielefelder Rapper Fey-Z veröffentlicht am 24. April sein nunmehr viertes Mixtape.
Der Bielefelder Rapper Fey-Z veröffentlicht am 24. April sein nunmehr viertes Mixtape. Foto: Jan Dresing

»Ich bin in Stieghorst aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe hier mit dem Breakdance angefangen«, sagt der Bielefelder Rapper mit kurdischen Wurzeln über die ureigene Verbundenheit zum Stadtteil. Dennoch möchte er sich nicht allein darauf reduziert wissen, möchte kein Rapper sein, der sich monothematisch auf seinen Kiez beschränkt.

Es soll vielmehr eine Hommage an seine Ursprünge sein. Und sein Stil? »Ich mache keinen klassischen Straßenrap«, betont Fey-Z. Es fließen viele Elemente in seine Musik ein, Conscious-Rap oder Punch­line-Rap zum Beispiel. Fernab der Gangster-Rhetorik möchte er tiefgründig rappen, mit viel Wortwitz und Humor.

Nelson Mandela als Vorbild

Der 27-Jährige will auch nicht recht in das Proll-Image passen. Er interessiert sich für die aktuelle Politik, nennt Nelson Mandela als menschliches Vorbild und hat das große Latinum in der Tasche.

Die elf Lieder seines neuesten Mixtapes sind allesamt mit amerikanischen Hip-Hop-Beats der Neunzigerjahre unterlegt. Auf »Stieghorst« kommt Fey-Z zu seinen Wurzeln zurück, auch zu den musikalischen. Denn als wichtigen Einfluss auf seine musikalische Sozialisation nennt er neben dem Deutsch-Rapper Azad vor allem die Amerikaner Biggie Smalls oder Eminem.

Wo bleibt also sein Vertrag?

Doch es sei eben dieser eigene Stil, der bislang verhindert habe, dass er einen Plattenvertrag bekomme, so Fey-Z »Wieso bin ich tight, doch noch immer nicht gesignt?«, rappt er in Anlehnung an Kool Savas. Wo bleibt also sein Vertrag?

»Heutzutage werden Kopien von Kopien unter Vertrag genommen. Doch Leute, die einen eigenen Stil haben, werden erst einmal kritisch beäugt«, sagt er. Ihn zeichne eine unkonventionelle Art zu Rappen aus: Seine Stimme mit Wiedererkennungswert, seine Flows, seine Art, wie er die Reime setzt.

»Keine etablierten Strukturen«

Nicht zuletzt hadert er auch mit seiner Heimatstadt Bielefeld: »Hier gibt es keine etablierte Strukturen für Hip-Hopper, kein Label, keine Studios, keine Beat-Produzenten«, erklärt Fey-Z, der sich für den Erfolg seiner Karriere vorstellen kann, Bielefeld zu verlassen. Wie Casper es seinerzeit tat, bevor er in Berlin zum Star avancierte.

»Doch ich würde Bielefeld nie komplett den Rücken zukehren«, sagt der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Feyzi heißt. »Dafür liebe ich die Stadt zu sehr.«

Album ab 24. April

Er ist schon lange in der Hip-Hop-Subkultur beheimatet. Mit elf Jahren begann er mit Breakdance, fuhr schon früh zu Jams im ganzen Bundesgebiet. »Obwohl ich in Deutschland geboren wurde, war Hip Hop für mich der wahre Integrationsschlüssel.«

2010 hat er sich dem Rap verschrieben und konnte schon bald erste Erfolge feiern. Auf seinem 2012 veröffentlichten »Reebokk Klazzik Tape« gibt es Kollaborationen mit Szenegrößen wie Haftbefehl, Azad oder MoTrip.

Mit »Stieghorst« will Fey-Z den nächsten Schritt machen – auf der Karriereleiter und auf dem Weg zum Plattenvertrag. Das Album gibt es ab dem 24. April zum freien Download im Internet:

www.fey-z.de

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