Regenrückhaltebecken: neue Prüfung – Probleme schon 2014 bekannt Platanen erneut in Diskussion

Bielefeld(WB). Die Datenpanne bei der Volumenberechnung für das Regenrückhaltebeckens Teutoburger Straße bringt das Fällen der Platanen an der Ravensberger Straße wieder ins Gespräch.

Von Michael Schläger
An der Teutoburger Straße/Ecke Ravensberger Straße war eigentlich ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 3000 Kubikmetern vorgesehen. Weil bei der Planung Flächen unberücksichtigt blieben, müsste es jetzt doppelt so groß ausfallen.
An der Teutoburger Straße/Ecke Ravensberger Straße war eigentlich ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 3000 Kubikmetern vorgesehen. Weil bei der Planung Flächen unberücksichtigt blieben, müsste es jetzt doppelt so groß ausfallen. Foto: Bernhard Pierel

Im Zuge der Weser-Lutter-Sanierung sollte an der Teutoburger Straße ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 3000 Kubikmetern entstehen. Doch die Volumenberechnung fußte auf falschen Daten. Das Becken muss jetzt 6000 Kubikmeter fassen. Das bedeutet: Der Bau wird teurer, auf die Gebührenzahler müssten 4,5 Millionen Euro zusätzlich umgelegt werden. Gesamtkosten neu: 34,7 Millionen Euro. Die notwendige Kapazitätserweiterung rückt deshalb die offene Bauweise wieder in den Fokus. Und dann müssten die Platanen fallen, über deren Erhalt schon bei der ursprünglichen Variantenabwägung hitzig diskutiert worden war. Dafür wäre sie wirtschaftlicher: 31,5 Millionen.

Am Mittwoch war die Datenpanne Thema im zuständigen Betriebsausschuss des Umweltbetriebs. Dabei sagte Umweltdezernentin Anja Ritschel, dass beide Varianten noch einmal geprüft werden müssten. Das sahen auch die Vertreter der anderen Fraktionen so. Nur bei der SPD gab es Meinungsverschiedenheiten: Hans Hamann schloss das Fällen der Platanen aus, die anderen SPD-Vertreter wollen Für und Wider abwägen. Eine Entscheidung, wie es weitergehen wird, soll nun in der nächsten Sitzung am 25. Mai fallen.

Wie kam es zur Datenpanne?

Am Mittwoch ging es auch um die Frage, wie es zu der Panne hatte kommen können. Klaus Kugler-Schuckmann, Leiter des Umweltbetriebs, berichtete von Software-Umstellungen im Jahr 2014. Bereits kurz darauf seien erste Unstimmigkeiten bei der Volumina-Berechnung aufgetaucht. Es sei neu nachgerechnet worden. Erst Anfang April dieses Jahres wurde die Datenpanne dann öffentlich.

Der von der Stadt beauftragte Gutachter Dr. Richard Rohlfing, dessen Institut mit der gleichen Software rechnete, erläuterte gestern noch einmal die Komplexität der Datenerfassung. Nicht allen im Ausschuss wollte einleuchten, dass, weil zehn Prozent der im Bereich der Weser-Lutter liegenden Flächen nicht berücksichtigt worden seien, nun ein doppelt so großes Becken errichtet werden müsse. Frank Strothmann (CDU) sprach angesichts der Datenpanne von einer »Mogelpackung«, die der Politik präsentiert worden sei. Das wies Dezernentin Ritschel zurück: »Es ist ein Fehler passiert. Wir gehen offen damit um.«

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