Wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilte Top-Manager hat Einwendung erhoben Middelhoff erhält Ladung zum Haftantritt

Bielefeld (WB/OH). Der wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Top-Manager Thomas Middelhoff , der in Bielefeld lebt, hat die Ladung zum Haftantritt erhalten.

Thomas Middelhoff.
Thomas Middelhoff. Foto: dpa

Der 62-Jährige versucht aber, den Gang ins Gefängnis abzuwenden und hat Einwendungen gegen die Anordnung erhoben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Bochum dem WESTFALEN-BLATT am Montag. Die Behörde werde die Einwendungen prüfen und dann darüber entscheiden, sagte Oberstaatsanwältin Cornelia Kötter.

Middelhoff will wegen seiner Erkrankung offenbar Haftverschonung erreichen

Middelhoff will wegen seiner Erkrankung offenbar Haftverschonung erreichen. Der frühere Chef des inzwischen insolventen Arcandor-Konzerns leidet nach Angaben seiner Anwälte unter der seltenen Autoimmunkrankheit Chilblain Lupus, bei der schmerzhafte, frostbeulenartige Schwellungen auftreten. Diese soll er sich während der fünfmonatigen Untersuchungshaft im direkten Anschluss an die Verurteilung im November 2014 zugezogen haben. Anwalt Winfried Holtermüller sagte zuletzt, er halte seinen Mandanten »für nicht haftfähig, es geht ihm unverändert schlecht«. Er gehe davon aus, dass Sachverständige über die Haftfähigkeit entscheiden müssten.

Untersuchungshaft im April 2015 außer Vollzug gesetzt

Die Familie und Anwälte machen für die Erkrankung den massiven Schlafentzug in den ersten vier Wochen der U-Haft verantwortlich, als Middelhoffs Zustand in der Zelle wegen möglicher Suizidgefahr alle 15 Minuten überprüft wurde. Die wegen Fluchtgefahr angeordnete Untersuchungshaft war im April 2015 gegen eine Kaution von 895.000 Euro und Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt worden. Der Bundesgerichtshof verwarf vor sieben Wochen Middelhoffs Revision gegen das Urteil des Landgerichts Essen als unbegründet. Die Gefängnisstrafe ist damit rechtskräftig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.