Nach Unfall Schadenersatz gefordert – Unternehmen weist Schuld zurück Hundebesitzer wollen Post verklagen

Bielefeld (WB/sb). Der Unfall, bei dem ein Postbote im Juli 2015 einen Hund überfahren hat, könnte nun ein juristisches Nachspiel haben. Die Besitzer wollen Klage einreichen und fordern von der Deutschen Post Schadenersatz in Höhe von 1075 Euro.

Mops Anton wurde im Juli 2015 von einem Postboten überfahren. Die Besitzer fordern von der Post jetzt Schadenersatz.
Mops Anton wurde im Juli 2015 von einem Postboten überfahren. Die Besitzer fordern von der Post jetzt Schadenersatz. Foto: Privat

Das Unternehmen will nicht zahlen und weist die Schuld an dem Unfall zurück. Am 8. Juli 2015 war der Postbote mit seinem gelben VW Caddy auf den Hof der Hundebesitzer gefahren, der sich in Jöllenbeck an der Grenze zum Kreis Herford befindet. Auch die Besitzerin des Hundes erhielt Post – begleitet von Mops Anton.

Was dann geschah, schildern die Hundebesitzerin und ihr Lebensgefährte sowie die Deutsche Post AG unterschiedlich. Nach Angaben der Hundebesitzer habe der Mops den Postboten begrüßt und ihn dann wieder zum Auto begleitet. Als der Wagen losfuhr, sei der Hund zunächst neben dem Wagen gelaufen und habe gebellt. »Plötzlich gab der Postzusteller Vollgas und überrollte hierbei auf dem Hof den Mops meiner Mandantin, sodass dieser kurz darauf verstarb«, berichtet Rechtsanwalt Friedrich Diekhof.

Trotz Warnrufen habe der Zusteller nicht mehr auf den Hund geachtet, meint er. Deswegen steht für Diekhof fest: »Bei gehöriger Aufmerksamkeit hätte der Zusteller den Unfall vermeiden können.« Zudem sei der Postbote nach dem Unfall weggefahren und habe damit Unfallflucht begangen, meinen die Hundebesitzer.

Doch die Deutsche Post weist alle Vorwürfe zurück – und schildert den Unfall ganz anders. Der Postbote habe die Besitzerin gebeten, den Hund festzuhalten, heißt es in einem Antwortschreiben. Und die Besitzerin habe dies auch getan, als der Postbote mit dem Fahrzeug das Grundstück verließ.

»Der Unfall ereignete sich hiernach im öffentlichen Verkehrsraum«, schreibt die Deutsche Post. Somit gelte eine besondere Sorgfaltspflicht für Tierhalter. »Ursache für das Schadensereignis ist allein das Verhalten des Hundes, für das der Tierhalter verantwortlich ist«, heißt es. Deshalb treffe den Postboten keine Schuld am Zustandekommen des Unfalls.

»Mit dieser Antwort der Deutschen Post sind meine Mandanten natürlich nicht zufrieden«, sagt Anwalt Friedrich Diekhof. Man sei zwar noch in weiteren Verhandlungen mit der Deutschen Post. Aber die Hundebesitzer wollen jetzt den Postboten wegen Unfallflucht anzeigen – und Klage einreichen.

Kommentare

Unser Hund wurde auch durch einen Postboten getötet

Diese Situation haben wir auch in Sende erleben müssen.
Obwohl der Postbote, der mehrmals unseren Westi jahreland geärgert hat, bei seiner Fahrt im Wohngebiet (30 kmH) den Hund sah und hörte, gab er Gas und überführ unseren Hund. Kommentar der Polizei, das können sie halt nichts machen.

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.