2000 Besucher sind beim Konzert des erfolgreichen Musikers aus Vlotho im Ringlokschuppen dabei Joris: »Heimat verliert man nie«

Bielefeld  (WB).Joris hat ganz schön viel zu erzählen: Bei seinem Quasi-Heimspiel im Bielefelder Ringlokschuppen hatte der Musiker aus Vlotho am Dienstagabend viele Geschichten parat. Seine wenigen bekannten Songs ließ sich der 26-Jährige beim Konzert für den Schluss.

Von Mike-Dennis Müller
Für sein Publikum hat Joris auf der Bühne nicht nur Musik dabei, sondern auch jede Menge Geschichten und Ratschläge.
Für sein Publikum hat Joris auf der Bühne nicht nur Musik dabei, sondern auch jede Menge Geschichten und Ratschläge. Foto: Mike-Dennis Müller

Es war ein langer Weg auf die großen deutschen Bühnen: Seit 21 Jahren mache er schon Musik, sagte Joris. »19 Jahre lang hat das niemanden interessiert, aber zuletzt hatte ich wahnsinniges Glück.« Mit seiner ersten Single »Herz über Kopf« wurde er bekannt. In Deutschland reichte es für Platz 14 der Charts, in Österreich gar für Platz 3. Sein Debütalbum »Hoffnungslos hoffnungsvoll«, dessen Titel auch die Tournee trägt, erklomm schließlich auch in Deutschland Rang 3.

»Ich habe immer das gemacht, worauf ich Bock hatte«, erzählt Joris. Und rät auch seinem Publikum, gleich welchen Alters, es ihm gleich zu tun. Er erzählt, wie er einst bei seinem Onkel in der Musikschule Herford das Klavierspielen lernte und dass er bis heute keine Noten lesen könne.

Kleine Spielereien auf der Bühne

Die Sache mit der Musik ist Joris immer etwas pragmatischer angegangen. »Ich habe mich einfach hingesetzt und eigene Songs geschrieben.« Auch das Gerücht, einst einen Song für die Schauspielerin Emma Watson geschrieben zu haben, bestätigt er. Jetzt so großen Erfolg zu haben mit dem, was er tut, das scheint ihn noch immer überwältigen. »Jetzt in einem vollen Ringlokschuppen zu stehen, das ist Wahnsinn. Und ich danke euch allen.«

Auf ausufernde Bühnenshowelemente verzichtet Joris. Nur ein paar kleine Spielereien gibt es, mit großen Laternen und einem Herzluftballon. Ein großes Lichtermeer aus Smartphone-Lampen lässt er nur entstehen, um seine Zuschauer darum zu bitten, das Telefon für den Rest des Abends doch lieber in der Hosentasche zu lassen.

Die Art des Vlothoers kommt in seiner Heimatregion gut an. »Ich komme aus dem wunderschönen Vlotho«, betont er noch einmal, als wüssten das die meisten Besucher nicht sowieso schon. Er schwärmt davon, dass es zurück in OWL auch immer anders rieche, und konstatiert: »So etwas wie Heimat verliert man nie.«

Dafür, dass sich seine Zusatztournee wegen einer Operation an der Schulter verzögert hatte, entschuldigt sich Joris dann auch noch einmal bei seinen Fans. Beim Fußballspielen hatte er sich damals die Verletzung zugezogen. »Ich verspreche euch, ich werde nie wieder Fußball spielen.«

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