So umfangreich wie nie: 56 Kulturorte öffnen am 30. April »Nachtansichten« legen noch einmal zu

Bielefeld (WB). Die lange Museumsnacht wird am Samstag, 30. April, zum 15. Mal veranstaltet – mit einem Programm so umfangreich wie nie zuvor.

Von Burgit Hörttrich
Das Lenkwerk ist zum ersten Mal mit dabei: Anschubhilfe geben (von links) Kerstin Dirkschnieder im MG, Baujahr 1959, Katharina Schilberg, Friedhelm Rieke und Martin Knabenreich.
Das Lenkwerk ist zum ersten Mal mit dabei: Anschubhilfe geben (von links) Kerstin Dirkschnieder im MG, Baujahr 1959, Katharina Schilberg, Friedhelm Rieke und Martin Knabenreich. Foto: Bernhard Pierel

Die »Nachtansichten« seien eine Marke geworden, betont Martin Knabenreich von der veranstaltenden Bielefeld Marketing. Er spricht von der »größten Kulturveranstaltung der Region«. Im vergangenen Jahr wurden 10.500 Karten verkauft, 70.000 Besuche gezählt. In diesem Jahr sind bei den »Nachtansichten« 56 Museen, Kirchen, Galerien, Ateliers und andere Kulturorte dabei. Und: Die »Nachtansichten« breiten sich nach Gadderbaum (Historische Sammlung, Bauernhaus-Museum, Zionskirche, Galerie Lydda), auch in einen zweiten Stadtteil, nämlich nach Brackwede, aus.

Sechs Einrichtungen in Brackwede dabei

Projektleiterin Katharina Schilberg: »Dort beteiligen sich gleich sechs Einrichtungen an den ›Nachtansichten‹.« Das sind die »Filiale« von Artists Unlimited, die Bürgerinitiative zum Erhalt der historischen Mitte Brackwede, die Führungen anbietet, der Brackweder Heimatverein mit Ausstellungen, die Stadtteilbibliothek mit »Kunst trifft Literatur«, der Radfahrverein Teutoburg 1891 mit einer Ausstellung im Bezirksamt und die Bartholomäus-Kirche.

Zum 13. Mal sind die Stadtwerke Sponsor der »Nachtansichten«. Geschäftsführer Friedhelm Rieke verspricht außergewöhnliche »Licht(t)räume« auf dem Alten Markt. Die Fassade des TAM werde zur Leinwand für eine aufwendige 3D-Projektion über die Stadtbahn, die vor 25 Jahren (am 28. April 1991) zum ersten Mal unterirdisch fuhr. Zudem wird eine Bahn zum Ausstellungsraum für Fotos, die das Jahr 1991 und den Stadtbahnbau lebendig werden lassen. Rieke: »Wir haben mehr als 100 solcher privaten Fotos gesammelt.« Der Wagen 516 vom Typ M8C steht als »Galerie für eine Nacht« auf den Schienen vor der Kunsthalle.

Konzerten, Lesungen, Filme

Die elf Museen, acht Kirchen, 27 Galerien, darunter sechs »Neulinge«, und die übrigen Kulturorte öffnen nicht einfach »nur« ihre Pforten, sondern bieten Programme von Konzerten, Lesungen, Filmen bis hin zum Imbiss.

Martin Knabenreich empfiehlt den Besuchern, auch bereit zu sein für Entdeckungen »abseits gewohnter Pfade«. Dabei nennt er das Lenkwerk, das ebenfalls seine »Nachtansichten«-Premiere erlebt. Managerin Kerstin Dirkschnieder wünscht sich viele Interessenten zum Beispiel für die Schau von Oldtimern aus Bielefelder Produktion, nämlich Dürkopp-Autos, und die Fotoausstellung »Moorleichen aus Blech«. Zu sehen sind Autowracks, entdeckt im Moor.

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