Sozialgericht weist Klage ab Student stürzt: Kasse zahlt nicht

Bielefeld (WB/sb). Auf dem Weg zur Uni stürzte  2008 ein Student an der Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof – und erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Da die gesetzliche  Unfallkasse NRW ihm keine Entschädigung zahlen will, klagte der 28-Jährige. Donnerstag wies das Bundessozialgericht Kassel die Klage ab.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Damit bestätigten die Richter ein Urteil des Landessozialgerichts in Essen. Da es keine erkennbare äußere Einwirkung bei dem Sturz gegeben habe, müsse die Unfallkasse nicht zahlen, hieß es.

Schon das Landessozialgericht Essen hatte sein Urteil damals folgendermaßen begründet: Der Schutzzweck der Wege-Unfallversicherung trage allein Weggefahren Rechnung, die sich während der gezielten Fortbewegung im Verkehr aus eigenem oder dem Verkehrshandeln anderer Verkehrsteilnehmer ergeben. Weshalb der Kläger gestürzt sei, sei aber nicht mehr feststellbar.

Student musste mehrfach operiert werden

Am 15. Dezember 2008 hatte der Student an der Haltestelle Hauptbahnhof auf die Stadtbahn der Linie 4 gewartet, die ihn zur Universität bringen sollte. Doch dann sank er plötzlich am Bahnsteig nach unten und prallte mit dem Kopf auf dem Boden. Der Student musste mehrfach operiert werden.

Die Unfallkasse lehnte es ab, den Sturz als Arbeitsunfall anzuerkennen. Es liege ein »Unfall aus innerer Ursache« vor, teilte die gesetzliche Unfallkasse NRW damals mit. Zunächst zog der Student vor das Sozialgericht Detmold. Dieses verurteilte die Unfallkasse dazu, die Entschädigung zu zahlen. Doch die Unfallkasse ging in Berufung – mit Erfolg. Das Landessozialgericht wies die Klage des Studenten ab.

Der Kläger ging in Revision. Aber der zweite Senat des Bundessozialgerichts, der für Angelegenheiten der gesetzlichen Unfallversicherung zuständig ist, wies die Revision ab.

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