Freigabe am Samstag Jöllenbecker Straße: Wenn Arminia spielt, fließt der Verkehr

Bielefeld (WB). Wenn Arminia Bielefeld an diesem Samstag gegen RB Leipzig zum Heimspiel antritt,  soll die Jöllenbecker Straße  wieder  für den Verkehr freigegeben sein.

Von Burgit Hörttrich
An diesem  Samstag soll für Autofahrer wieder freie Fahrt auf der Jöllenbecker Straße herrschen.
An diesem Samstag soll für Autofahrer wieder freie Fahrt auf der Jöllenbecker Straße herrschen. Foto: Bernhard Pierel

»Morgen wird asphaltiert und die letzten Kanaldeckel  werden auf die Schächte gesetzt,« sagt Hans Martin, stellvertretender Leiter des Amtes für  Verkehr. Er  ist überzeugt: »Von Samstag an läuft wieder alles normal.«

Ausdrücklich unterstreicht er, dass  es mit einem sogenannten ökologischen Baustellenmanagement, von der Bezirksvertretung Mitte im Sommer mehrheitlich eingefordert,  nicht weniger Staus oder zähflüssigen Verkehr auf den Umleitungsrouten gegeben hätte. Grund: Es gebe  zum einen gar keine Umleitungsalternativen als eben Horstheider Weg/Sudbrackstraße  und  Werther-, Schloßhof- und Stapenhorststraße. Zum anderen  sei der Autofahrer Individualist. »Er sucht sich  seinen Weg und der ist kaum beeinflussbar«, sagt Martin.

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz lehnte die Einführung eines Ökologischen Baustellenmanagements ab. Die Bezirksvertretung Mitte hatte sich davon weniger Lärm, Schadstoffe in der Luft und weniger Staus versprochen.  Gleichzeitig wären aber auch teure Gutachten und aufwändige Prüfungen erforderlich gewesen.

Hans Martin  geht davon aus, dass zum Beispiel bei einer Baumaßnahme auf dem Jahnplatz  für das ökologische Baustellenmanagement  knapp 100 000 Euro anfallen würden. Martin: »Und das wäre noch eine vergleichsweise einfache Maßnahme,  bei der ›Jöllenbecker‹ oder vor Jahren bei der Detmolder Straße   würden die Kosten noch deutlich höher liegen.« Im Prinzip wäre ein ökologisches Baustellenmanagement (»Theoretisch-akademisch«) gut, der Nutzen aber sei fraglich.  Martin berichtet vom Städtetag, bei dem Experten  ein solches Baustellenmanagement als »praxisfremd« eingestuft hätten.

Zudem sei bei Straßenbaumaßnahmen  eine langfristige Planung   gar nicht möglich. Entweder zwänge  zum Beispiel unaufschiebbarer Kanalbau  zum schnellen Handeln oder aber  es gebe – wie jetzt vom Bund – unerwartet zusätzliches Geld.  Auch »Störfaktoren« wie  die  nicht vorhersehbare  Verlegung eines neuen Fernwärmeanschlusses oder die monatelange, halbseitige Sperrung einer Umleitungsstrecke, weil dort ein Kran für einen privaten Hausbau stehe, seien nicht zu unterschätzen.

Deswegen sei er besonders froh, dass die Jöllenbecker Straße  früher als erwartet und »in einem Rutsch« fertig werde. Hans Martin: »Wir müssen  die Baustelle nicht noch einmal 2016 wieder aufnehmen, wie wir ursprünglich befürchtet hatten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.