Prozess um Überfall auf Sparkasse in Senne: Polizist erklärt, warum er einen der Täter mit zwei Schüssen stoppte »Die Situation war brandgefährlich«

Bielefeld (WB). Es waren dramatische Minuten beim Überfall auf die Sparkasse an der Bretonischen Straße in Senne, bis Polizisten die zwei Räuber überwältigt hatten. Am Dienstag schilderte ein Streifenpolizist (30) vor Gericht, warum er den zeitweise mit zwei Pistolen bewaffneten Täter mit zwei Schüssen in den rechten Oberschenkel stoppte.

Von Jens Heinze
Polizisten sichern den Bereich vor der Sparkasse in Bielefeld-Senne.
Polizisten sichern den Bereich vor der Sparkasse in Bielefeld-Senne. Foto: Thomas F. Starke

»Die Situation war brandgefährlich. Der Räuber musste nur einmal abdrücken und einer war tot«, sagte der 30-Jährige, wieso er zum ersten Mal in seiner Polizeikarriere mit der Dienstwaffe auf einen Menschen geschossen hatte. Der Kriminelle Mentor R. (31) habe bei der Flucht auf der Straße vor der Sparkasse erst mit zwei Pistolen wild herum gefuchtelt. Eine Waffe habe der Täter weggeworfen und mit der zweiten auf den Polizisten und seine Kollegen gezielt.

 »Zugriff bei günstiger Gelegenheit«

»Wir haben ihm zehn, 15 Mal gesagt, die Schusswaffe fallen zu lassen«, berichtete der Polizist, wie er und seine Kollegen ihrerseits die Dienstpistolen auf den Räuber richteten. Aber Mentor R. habe »keine Reaktion« gezeigt. »Wir wollten verhindern, dass der Täter wieder in die Sparkasse hinein geht«, beschrieb der 30-Jährige den Moment, als die Polizeiführung den Befehl »Zugriff bei günstiger Gelegenheit« erteilte. Nach dem ersten Schuss aus seiner Dienstwaffe in den rechten Oberschenkel habe Mentor R. nur kurz gezuckt, erinnerte sich der Polizist. Da habe er ein zweites Mal gefeuert. Der Kriminelle sei zusammengesackt und hätte seine Pistole verloren. Er und seine Kollegen hätten den Mann überwältigt, auf den Boden fixiert und gefesselt.

Nur drei Minuten habe es gedauert, bis sie nach dem Überfallalarm mit Blaulicht und Martinhorn als erste an der Bretonischen Straße eingetroffen seien, erzählte der Streifenpolizist. »Wir haben beim Aussteigen zwei oder drei Schüsse aus der Bank gehört.« Daher hätten die Polizisten zunächst um die zehn Passanten, die sich vor der Sparkasse befanden, auf einem Supermarkt-Parkplatz in Sicherheit gebracht. Dann seien er und seine Kollegen an einem Lieferwagen eines Paketdienstes in Deckung gegangen.

Plötzlich sei einer der maskierten Bankräuber aus der Sparkasse gekommen und habe kurz im Eingangsbereich gestanden. Kurz darauf trat wieder ein Maskenmann aus der Sparkassen-Zweigstelle auf die Bretonische Straße. »Er hat mit zwei Waffen in alle Richtungen gefuchtelt«, sagte der 30-Jährige vor dem Schwurgericht. Danach sei der Komplize mit dem Beute-Rucksack aufgetaucht. Beide Täter hätten kurz miteinander gesprochen, der Mann mit dem Rucksack sei in einem Stichweg verschwunden. Kurz darauf hatten die Polizisten die Lage geklärt und beide Räuber überwältigt. Der Prozess wird am 10. November fortgesetzt

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Mit Schüssen in den Obeschenkel gestoppt! In den USA wäre der Täter erschossen worden und das mit Recht.!

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