Familie Bitter schmückt »Horrorhaus« für Halloween Betreten auf eigene Gefahr

Schildesche (WB). Ein Traumhaus? Sicherlich nicht für jedermann. Direkt neben dem Haus liegt ein »Friedhof«, auf dem sich Untote tummeln, riesige Spinnen klettern in einem Netz an der Fassade empor und im Wohnzimmer liegt ein Skelett im Sarg. Familie Bitter liebt Halloween und lehrt derzeit alle das Gruseln.

Von Mareikje Addicks
Viele Stunden Arbeit hat  Kevin Bitter investiert, um das Haus für Halloween herzurichten. Der komplette Gartenzaun ist eingesponnen und drei riesige Achtbeiner erklimmen die Fassade. Viele Details lassen die Passanten immer wieder staunen.
Viele Stunden Arbeit hat Kevin Bitter investiert, um das Haus für Halloween herzurichten. Der komplette Gartenzaun ist eingesponnen und drei riesige Achtbeiner erklimmen die Fassade. Viele Details lassen die Passanten immer wieder staunen. Foto: Mareikje Addicks

Immer wieder stoppen dieser Tage Passanten an der Talbrückenstraße und staunen. Kein Wunder: Das Spinnennetz im XXL-Format vor dem Haus zieht die Blicke förmlich auf sich. Die schaurigen Figuren im Vorgarten tun ihr übriges. Daneben fallen die grimmig dreinblickenden Kürbisse auf der Eingangstreppe schon kaum mehr auf. Kevin Bitter und seine Mutter Gaby haben das komplette Haus auf Halloween getrimmt. Etwa einen Monat lang tüftelten die beiden immer nach Feierabend und an den Wochenenden am Feinschliff.

»Das machen wir schon zum fünften Mal, allerdings in diesem Jahr das erste Mal mit so einer umfangreichen Deko im Vorgarten«, sagt der 22-Jährige. Die Idee kam ihm bei einem Besuch im Movie-Park in Bottrop, verrät der gelernte Koch. Beim Anblick der dortigen Deko dachte er: »Das können wir auch«, erinnert er sich an die Anfänge. Sein Geburtstag Ende Oktober verlangte geradezu nach einer Halloween-Party. »Seit Jahren schon wird das Haus entsprechend dekoriert«, sagt Kevin Bitter. Bei seiner Mutter musste er keine Überredungskünste anwenden. »Ich liebe Halloween«, sagt die 41-Jährige.

Spinnweben, Skelette, abgetrennte Körperteile

Im Haus setzt sich der Trend aus dem Vorgarten fort: Spinnweben wohin man schaut, Skelette, abgetrennte Körperteile – selbstverständlich aus Plastik – und mit Kunstblut beschmierte Fenster und Fliesen lehren den Besucher das Gruseln. Einiges an Deko ist über die Jahre immer wieder dazu gekauft worden. »Das Meiste ist jedoch selbst gebastelt«, sagt Kevin Bitter. »Mittlerweile füllen die Dekokisten auf dem Dachboden ein Areal von bestimmt 30 Quadratmetern«, sagt Gaby Bitter. Sperrigstes Dekoteil ist sicherlich der Holzsarg. »Dafür habe ich mehrere Sargtischlereien in ganz OWL anrufen müssen. Weil ich den Sarg aber nur als Deko haben wollte, war zunächst keiner bereit dazu, das zu machen«, sagt Gaby Bitter. Für dieses Jahr hat sich ihr Sohn etwas Neues überlegt: »Für diese Party müssen meine Gäste zuerst durch ein Horrorlabyrinth«, verrät er. Aus Dachlatten und Müllsäcken hat er Begrenzungswände gebaut, Daran getackerte Müllsäcke sorgen für den Sichtschutz. »Ich arbeite an einer Art Horrorwald«, so Kevin Bitter. Mehr soll noch nicht verraten werden. 

Innen setzt sich der Grusel fort: Wie hier im Esszimmer sorgt die Deko für schön-schaurige Stimmung. Foto: Mareikje Addicks

Dass immer wieder Menschen stehen bleiben, gucken und sogar Fotos machen, stört die beiden überhaupt nicht – ganz im Gegenteil. »Manchmal zähle ich bis zu 30 Leute am Tag, die ihr Handy zücken. Das finden wir eigentlich ganz witzig«, sagt Kevin Bitter, der sich in der letzten Woche vor Halloween extra Urlaub genommen hat. »Neulich hat sogar ein Linienbus gehalten, damit die Leute fotografieren konnten«, sagt Gaby Bitter amüsiert. Über so viel positive Resonanz können sich die beiden im bildlichen Sinne nur totlachen.

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