Bielefelder hebt vor Polizisten den rechten Arm, lobt den Nationalsozialismus und beleidigt den deutschen Staat Geldstrafe für zweifachen Hitlergruß

Bielefeld (WB/hz). Zweimal hat ein Bielefelder (54) am 9. August einer Streifenwagenbesatzung den Hitlergruß gezeigt. Beim Gerichtsprozess am Dienstag offenbarte der Mann seinen Hass auf Polizisten.

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Am Tattag setzte der Hartz IV-Empfänger neben den Hitlergrüßen noch zu einer Lobeshymne über den Nationalsozialismus an und beleidigte die Bundesrepublik Deutschland als »Sch...kanakenstaat«. Das alles geschah auf der Detmolder Straße unweit der jüdischen Synagoge, zu deren Schutz die Streifenwagenbesatzung eingeteilt war.

Dafür verurteilte Amtsrichterin Judith Walter am Dienstag den 54-Jährigen zu einer Gesamtstrafe von 1950 Euro (130 Tagessätze). Die drei Polizisten (25, 49 und 51 Jahre alt) schilderten zuvor übereinstimmend vor Gericht, was sie am 9. August gegen 7.15 Uhr auf der Detmolder Straße zwischen den Einmündungen Bielsteinstraße und Prießallee erlebt hatten. Demnach befand sich die Streifenwagenbesatzung an jenem Sonntag auf dem Rückweg in Richtung Innenstadt vom Objektschutz an der jüdischen Synagoge. Der 54-Jährige sei ihnen auf einem Fahrrad entgegen gekommen und habe unvermittelt den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben.

Streifenwagen verfolgt den Radfahrer

Die Polizisten wendeten, überholten den Angeklagten und stoppten ihr Auto auf einem Tankstellengelände gegenüber der Einmündung zur Fröbelstraße. Bei heruntergelassenen Fensterscheiben hörten die uniformierten Beamten dann, wie der vorbei radelnde Bielefelder rief: »Es lebe der Nationalsozialismus in diesem Sch...kanakenstaat.« Die Streifenwagenbesatzung nahm die Verfolgung auf, stellte den 54-Jährigen auf der Detmolder Straße in Höhe Prießallee zur Rede und notierte seine Personalien. Sogleich kam es zum erneuten Eklat. »Ich darf meinen Arm heben, so lange ich das will«, rief der Angeklagte dem Polizei-Einsatzleiter (51) zu, setzte sich auf sein Rad und zeigte bei der Abfahrt in Richtung Sieker zum zweiten Mal den Hitlergruß.

Vor Gericht wies der 54-Jährige den Vorwurf, zweimal den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben zu haben, vehement zurück. »Ich habe mich gereckt. Ich hatte Krämpfe, es hat wehgetan«, behauptete der Mann. Dafür räumte der Bielefelder ein, vor den Polizisten »vielleicht« den Nationalsozialismus gelobt und den deutschen Staat beschimpft zu haben. Und offenbarte nur einen Atemzug später seinen abgrundtiefen Hass auf die Polizei. Mit Blick auf die 45 verletzten Polizisten, die bei den Straßenschlachten anlässlich der »Hooligan gegen Salafisten«-Demo am 26. Oktober vergangenen Jahres in Köln verletzt worden waren, meinte der Angeklagte: »Das freut mich natürlich.« Die Polizei habe das »verdient«.

»Ihre Uneinsichtigkeit ist beeindruckend«, fasste Richterin Walter die Aussage des 54-Jährigen zusammen. Der wegen Gewalt-, Drogen-, Alkoholdelikten und Beleidigung 15-fach vorbestrafte Bielefelder kündigte nach dem Urteil sofort an, dagegen Berufung zum Landgericht einzulegen.

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