Dehoga, Clubbetreiber und Integrationszentrum starten Offensive gegen Diskriminierung – Seminare für Türsteher Einlassregeln jetzt an jeder Discotür

Bielefeld (WB). Zehntausende Menschen feiern  samstags in den 17 Bielefelder Clubs und Diskotheken. Doch immer wieder kommt es vor, dass sich Menschen bei der städtischen Antidiskriminierungsstelle beschweren, weil sie vom Türsteher erst gar nicht reingelassen worden sind. 

Von Stefan Biestmann
Gemeinsam gegen Diskriminierung (von rechts): Thomas Keitel (Dehoga), Mehmet Ali Ölmez (Integrationsrat), Michael Schmerz (PLS Security), Viola Obasohan  (Integrationsrat) und Emir Ali Sag (Integrationszentrum).
Gemeinsam gegen Diskriminierung (von rechts): Thomas Keitel (Dehoga), Mehmet Ali Ölmez (Integrationsrat), Michael Schmerz (PLS Security), Viola Obasohan (Integrationsrat) und Emir Ali Sag (Integrationszentrum). Foto: Stefan Biestmann

»Das geht gar nicht, dass Menschen zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe abgewiesen werden«, sagt Thomas Keitel, Geschäftsführer des Bielefelder Gaststättenverbandes Dehoga. Mit Einlassregel-Schildern, die an allen 17 Clubs hängen sollen, will der Verband für Transparenz sorgen – gemeinsam mit den Betreibern und der Antidiskriminierungsstelle des Integrationszen­trums. »Wir müssen besser kommunizieren und klar machen, wie die Einlass-Strategie aussieht«, sagt Keitel.

Diskriminierungen sollten in jedem Fall vermieden werden. Und es werden auf den Schildern sachliche Gründe aufgeführt, die für eine Abweisung sprechen: Wenn zum Beispiel der Club voll ist, der Besucher alkoholisiert oder aggressiv ist oder ein vorgegebenes Mindestalter nicht per Pass nachgewiesen wird.

Dieses Jahr zwei Beschwerden

Beschwerden über Diskriminierung an Discotüren habe es vor mehr als zehn Jahren viel häufiger gegeben als heute, berichtet Emir Ali Sag (Antidiskriminierungsstelle). In diesem Jahr seien zwei Beschwerden bei ihm eingetroffen. Gerade für Menschen, die sich in Bielefeld gut integriert haben, sei eine Abweisung vor der Disco-Tür besonders schmerzhaft. Das Gleiche gelte für Asylbewerber. »Viele von ihnen haben Ausgrenzung und belastende Situationen während ihrer Flucht erlebt«, sagt Viola Obasohan, Vize-Chefin des Integrationsrats.

Dass sich seit Mai Dehoga, Discobetreiber, Integrationsrat und -zentrum regelmäßig treffen und gemeinsame Schritte vereinbaren, ist für sie ein  »wichtiges Signal«. Die Initiatoren kooperieren mit dem in Berlin ansässigen Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG).  Dieses hat einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, um Diskriminierungen an der Clubtür vorzubeugen. In einem speziellen Seminar sollen die Türsteher noch stärker sensibilisiert werden und unter anderem einen tieferen Einblick in rechtliche Grundlagen erhalten.

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