»Häufige Demos sind der richtige Weg« – weitere Großkundgebung am Samstag Bündnis Demokratischer Kräfte weist Kritik des Integrationsrats zurück

Bielefeld (WB). Trotz der Kritik des Integrationsrats will das Bündnis Demokratischer Kräfte OWL weiter in kurzen Abständen Demos in der City veranstalten. Am Samstag ab 15 Uhr soll es die nächste Großkundgebung gegen die Politik der türkischen Regierung geben. 

Von Stefan Biestmann
Ist die Vielzahl an Demos, die das Bündnis Demokratischer Kräfte veranstaltet, kontraproduktiv? Das meint der Vorsitzende des Integrationsrats. Das Bündnis kontert die Kritik und ruft für Samstag zur nächsten Großkundgebung auf. Die vergangene Demo war erst am Samstag.
Ist die Vielzahl an Demos, die das Bündnis Demokratischer Kräfte veranstaltet, kontraproduktiv? Das meint der Vorsitzende des Integrationsrats. Das Bündnis kontert die Kritik und ruft für Samstag zur nächsten Großkundgebung auf. Die vergangene Demo war erst am Samstag. Foto: Hendrik Uffmann

Integrationsvorsitzender Mehmet Ali Ölmez hatte im WESTFALEN-BLATT-Interview kritisiert, dass die Masse an Demonstrationen kontraproduktiv sei. Seine Begründung: Viele Bielefelder irritiere dies – und Bewegungen wie Pegida liefere man dadurch zusätzliche Munition. Ismail Tas, Sprecher des Bündnisses Demokratischer Kräfte, sieht das anders. »Häufige Demonstrationen sind der richtige Weg. Wir erreichen dadurch eine größere Aufmerksamkeit«, meint er. Es sei wichtig, immer wieder auf die Probleme in der Welt hinzuweisen. »Wir leben in einer Gesellschaft, die schnell wieder vergisst«, meint Tas.

Integrationsratsvorsitzender Ölmez hatte auch moniert, dass bei Demos einige Aufrufe und Plakate nicht in deutscher, sondern türkischer Sprache verfasst sind. »Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in Deutschland leben und nicht in der Türkei«, meint Ölmez.

Das Bündnis Demokratischer Kräfte weist auch diese Kritik zurück. »Die meisten Redebeiträge sind doch mittlerweile in deutscher Sprache«, sagt Tas. Aber da es bei den Demos auch um türkische Politik gehe, verwendeten die Veranstalter teilweise die türkische Sprache. »Denn so erreichen wir gerade ältere türkische Mitbürger besser«, glaubt Tas. Zum Bündnis Demokratischer Kräfte OWL zählen insgesamt 20 Organisationen, darunter viele kurdische Vereine.

Die Demonstration an diesem Samstag steht unter dem Motto »Trauer, Wut und Widerstand« und wird aus Anlass der Terroranschläge in Ankara veranstaltet. Das Bündnis kritisiert dabei vor allem die Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und fordert ein Ende der Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der türkischen Regierung. Die zweistündige Demo beginnt um 15 Uhr am Rathaus mit einer Mahnwache und führt dann über den Jahnplatz und die Herforder Straße bis zur Stresemannstraße. Der Abschluss erfolgt dann an der Kreuzung Stresemannstraße/Bahnhofstraße. Die Polizei rechnet mit 300 bis 400 Teilnehmern. Das Bündnis der Demokratischen Kräfte erwartet nach eigenen Angaben mindestens 500. Bereits am vergangenen Samstag hatten in Bielefeld 200 Menschen nach dem Terroranschlag in der Türkei demonstriert.

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