Böllhoff-Hallen werden Freitag bezogen, Sporthallen sind »Puffer« bis Oktober »Lage ist noch unspektakulär«

Bielefeld (WB). An diesem Freitag  ist die erste der ehemaligen Böllhoff-Hallen in Brackwede bezugsfertig für Flüchtlinge. Das bedeute, dass  zu diesem Zeitpunkt die  Notquartiere in den Sporthallen I und II des Carl-Severing-Berufskollegs und die der Volkeningschule  geräumt würden.

Von Burgit Hörttrich
In den Böllhoff-Hallen  arbeitet  Ralf Kluckhuhn im künftigen Sanitärbereich. An diesem Freitag sollen die ersten Flüchtlinge in einer der beiden hallen untergebracht werden. Die bisherigen Notquartiere  will die Stadt zunächst in der Hinterhand behalten.
In den Böllhoff-Hallen arbeitet Ralf Kluckhuhn im künftigen Sanitärbereich. An diesem Freitag sollen die ersten Flüchtlinge in einer der beiden hallen untergebracht werden. Die bisherigen Notquartiere will die Stadt zunächst in der Hinterhand behalten. Foto: Hans-Werner Büscher

Aber, so betont Dezernentin Anja Ritschel als Leiterin des regelmäßig  tagenden Krisenstabes, die Hallen  blieben bis zum Beginn der Herbstferien (5. Oktober) weiter verfügbar: »Da halten wir die Hand drauf. Den Puffer brauchen wir.«

Zurzeit sei die Lage »unspektakulär«, sagt Volker Fliege, Leiter des Bürgeramtes, zu dem auch die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) gehört. Unspektakulär bedeute, dass Samstag, Sonntag und Montag 841 Flüchtlinge neu nach Bielefeld gekommen seien, insgesamt 1442 hätten untergebracht werden müssen. Die ehemalige Petrischule sei bislang noch nicht genutzt worden, in den Carl-Severing-Sporthallen hätten 349 Menschen übernachtet, in der Volkening-Halle 200.  Das aber, so Ingo Schlotterbeck, Einsatzleiter der Hilfsorganisationen, sei eine »Momentaufnahme«. Am Wochenende habe man, ergänzt Anja Ritschel, einen »deutlich höheren Zustrom« befürchtet, aber: »Zur Zeit kommen die Menschen eher unorganisiert, in kleinen Gruppen oder Familienverbänden.« Ihr Eindruck sei, dass das  Land  »klarere Vorgaben« mache, wer Notunterkünfte einzurichten habe: »Auf freiwilliger Basis und ohne Druck hat es wohl nicht so geklappt.« Erstaufnahme-Städte wie Bielefeld würden profitieren, indem sie weniger Zuweisungen bekämen.

Prognosen unmöglich

Weil aber schlecht absehbar sein, »was die nächste Nacht« bringe, könne man keine Prognose abgeben.

Eine große Hilfe sei es, dass die Bundeswehr drei Reisebusse samt Fahrer  für Flüchtlings-Transfers zur ZAB und zurück zu den Unterkünften zur Verfügung stelle. Auch nach dem Umzug in die Böllhoff-Hallen  seien diese Transfers weiter gewährleistet. Ingo Schlotterbeck: »Das sorgt für eine große Verlässlichkeit.«  Oft habe man kurzfristig keine Buskapazitäten mehr bekommen.

In der vergangenen Woche  lagen die Zugangszahlen deutlich höher – es gab Tage, an denen bis zu 1600 Flüchtlinge neu nach Bielefeld kamen.

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