Ermittler fahnden nach mutmaßlich kurdischen Angreifern auf ultranationalistische »Graue Wölfe« in Bielefeld Polizei schützt Moscheen

Bielefeld (WB). Die Ermittlungen  nach dem mutmaßlich von  Kurden begangenen Angriff  auf die  Bielefelder Moschee und die Vereinsräume der türkischen  ul­trana­tio­nalistischen »Grauen Wölfe« laufen auf Hochtouren. »Wir ermitteln in alle Richtungen«, sagte  Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Nach Informationen dieser Zeitung  hat die Polizei bereits erste konkrete Täterhinweise.

Von Jens Heinze
Die Moschee und die Versammlungsräume des Türkischen Kultur- und Sozialdienstvereins Bielefeld und Umgebung stehen seit dem   Angriff am Donnerstagabend unter Polizeischutz. Bis zu 30 Angreifer, mutmaßlich Kurden,  sollen das Gebäude attackiert haben.
Die Moschee und die Versammlungsräume des Türkischen Kultur- und Sozialdienstvereins Bielefeld und Umgebung stehen seit dem Angriff am Donnerstagabend unter Polizeischutz. Bis zu 30 Angreifer, mutmaßlich Kurden, sollen das Gebäude attackiert haben. Foto: Jens Heinze

Zu Vermutungen, dass es sich bei den als jugendlich beschriebenen Angreifern um Akteure der kurdisch-jesidischen G-Wara-Bruderschaft handelt,  wollte sich Rehmert   nicht äußern. Mitglieder und Sympathisanten dieser selbsternannten   Schutztruppe sollen   am 27. Dezember 2014 und am 11. Juli  2015  in der Bielefelder  Bahnhofstraße den Koran  verteilende Salafisten angegriffen haben. Wie in einer Teilauflage berichtet, hatten am  Donnerstag gegen 18 Uhr etwa 25 mutmaßliche Kurdenaktivisten   die Räume der »Grauen Wölfe« an der Herforder Straße 108  in   der Bielefelder Innenstadt attackiert. Grund  waren  offenbar die anhaltenden Angriffe der türkischen Armee auf kurdische Kämpfer in Nordsyrien und im Nordirak.

Am Tatort  firmieren die eigenen Angaben zufolge etwa 35 Mitglieder der Ultranationalisten seit Jahrzehnten  unter dem Namen »Türkischer Kultur- und Sozialdienstverein Bielefeld und Umgebung«. Wie   der Vorsitzende  Veysel Ünübüyük (42) sagte, habe der Vorbeter  vor  den mit weißen Tüchern und Kapuzen maskierten Angreifern im letzten Moment die   Stahltür zu den Vereinsräumen zugeschlagen. Randalierende Täter kippten draußen   Müllcontainer um, schlugen  Scheiben von drei Autos ein, traten an einem vierten Auto einen  Außenspiegel ab und sprühten  Parolen der   kurdischen Arbeiterpartei PKK auf Häuser.

Generalkonsulin besucht Bielefeld

Polizeidirektor Dirk Butenuth, einer der obersten Schutzpolizisten Bielefelds, bestätigte, dass die Streifenwagenbesatzungen seit der Tat   noch mehr gefordert sind als üblich. »Wir fahren Schutzmaßnahmen an allen relevanten Objekten, die für den türkisch-kurdischen Konflikt stehen«, bestätigte Butenuth Polizeischutz für   Moscheen und das  Kurdistan-Zen­trum in Bielefeld. Letzteres ruft mit anderen Organisationen für diesen Samstag zu einer Großdemo  vor dem Hauptbahnhof Bielefeld auf.

Die türkische Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri    besuchte am Freitag die Mitglieder der attackierten Moschee. »Es ist wichtig, dass die Polizei da ist«, sagte sie. Die Angreifer seien PKK-Aktivisten gewesen. Zu einem ähnlichen Vorfall kam es am frühen Freitag auch in Bonn.

Kommentare

Deutsches Einbruchsopfer

»Wir fahren Schutzmaßnahmen an allen relevanten Objekten, die von ausländischen Banden heimgesucht werden."

Darauf wird man in diesem Land als DEUTSCHER wohl nicht mehr hoffen dürfen.

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