Auf der Artur-Ladebeck-Straße passieren besonders viele Unfälle – Gefahrenstellen werden entschärft Bielefelds gefährlichste Meile

Bielefeld (WB). Ob zu Fuß, auf dem Rad, im Auto  oder in der Stadtbahn – auf der Artur-Ladebeck-Straße ist das Risiko, zum Unfallopfer zu werden, besonders hoch. Das Amt für Verkehr will nächstes Jahr 470.000 Euro ausgeben, um zwei besonders gefährliche Stellen zu entschärfen.

Von Jens Heinze
Das Betheleck, eine der Unfallhäufungsstellen auf der Artur-Ladebeck-Straße. Hier treffen alle Verkehrsteilnehmer geballt aufeinander: Die Stadtbahn mit Haltestelle, der Autoverkehr auf der Kreuzung und mittendrin Radfahrer und Fußgänger.
Das Betheleck, eine der Unfallhäufungsstellen auf der Artur-Ladebeck-Straße. Hier treffen alle Verkehrsteilnehmer geballt aufeinander: Die Stadtbahn mit Haltestelle, der Autoverkehr auf der Kreuzung und mittendrin Radfahrer und Fußgänger. Foto: Hans-Werner Büscher

Fragt man Reinhard Thiel, Leiter des städtischen Verkehrsamtes, nach den Unfallhäufungsstellen   auf der Artur-Ladebeck-Straße, dann rasselt er eine Örtlichkeit  nach der anderen herunter. Eine Warnung  lässt   aufhorchen: Auf der Artur-Ladebeck-Straße passieren die meisten Unfälle zwischen Autos und den bis zu 70 Tonnen schweren Stadtbahnen (siehe Infokasten).

Das Unfallgeschehen ist meist  das gleiche: Autofahrer legen beim Linksabbiegen eine 180-Grad-Kehre hin, ohne auf die  in der Straßenmitte fahrende Linie 1 zu achten. Gefährliche Stellen sind die Einmündung zum Sandhagen, Am Ellerbrocks Hof und  vor dem Haus Artur-Ladebeck-Straße 171 in Fahrtrichtung Innenstadt.

Amt will 470.000 Euro investieren

An den Gefahrenstellen Am Ellerbrocks Hof und Artur-Ladebeck-Straße 171 (kurz vor der Einmündung Astastraße) will das Amt für Verkehr im nächsten Jahr 470.000 Euro investieren. Wie Amtsleiter Thiel erklärt, sollen dort per Ampelschaltung geregelte Linksabbiegerspuren angelegt werden. Dass trotz bekannter Unfallpro­blematik dieses Jahr nichts mehr geschieht, liegt laut Thiel unter anderem  am   aktuell laufenden Kanalbau für die Lutterverrohrung von der Friedrich-List-Straße bis zum Eggeweg.

Entschärft ist bereits die  Gefahrenstelle Artur-Ladebeck-Straße/Sandhagen. Um 180-Grad-Wendemanöver über die Gleise    zu unterbinden, setzt das Amt für Verkehr auf eine an der  linken Fahrspur verlängerte Bordsteinkante. Das leitet Autofahrer an den Schienen  optisch geradeaus und nimmt  Raum zum Wenden.

Die Botschaft, dass die Artur-Ladebeck-Straße  zu einer der gefährlichsten, vielleicht   zu der derzeit gefährlichsten Straße in Bielefeld zählt, ist im Amt für Verkehr längst angekommen. Aktuell  läuft eine  Verkehrsuntersuchung eines  Ingenieurbüros, damit die Strecke für Radfahrer sicherer wird, sagt Amtsleiter Thiel. Das Ergebnis werde zum  Jahresende erwartet.

Viele Maßnahmen in Planung

Erste kleinere Maßnahmen für mehr Sicherheit sind  getroffen, größere stehen noch aus. An der rechten Seite der Einmündung des Mühlendamms auf die  Artur-Ladebeck-Straße ist für Autofahrer, die von der Gadderbaumer Straße kommen, eine Sperrfläche aufgepflastert worden.  Autofahrer sollen nach links gelenkt werden, um Radler, die häufig entgegen der Fahrtrichtung  unterwegs sind, früher zu erkennen. »Der Falschradler soll in das Blickfeld des Autofahrers rücken«, erklärt  Thiel.

Radler leben ebenfalls gefährlich an der Ein- und Ausfahrt zu einem der größten Supermärkte der Stadt – dem Marktkauf Gadderbaum. Dort wurde an der Ein- und Ausfahrt der  Artur-Ladebeck-Straße der Rad-/Gehweg zu einem Buckel leicht erhöht, damit   Autofahrer ihr Tempo reduzieren. Als weitere Unfallhäufungsstellen für Radfahrer benennt Thiel die Einmündungen Am Ellerbrocks Hof, Haller Weg/Gadderbaumer Straße (Betheleck) sowie Haupt- und Gütersloher Straße in Brackwede. »Vor allem Radler, die in der falschen Richtung unterwegs sind, verunglücken dort besonders oft«, sagt der Amtsleiter.

Fußgänger seien besonders gefährdet am Bethel­eck im Bereich Einmündung Gadderbaumer Straße sowie an der Ecke Artur-Ladebeck-Straße/Am Ellerbrocks Hof. Denn immer wieder laufen Passanten bei Ampelrot zur  Stadtbahn.

 Als größte Herausforderung sieht Thiel den Bau der Linksabbiegerspuren für Autofahrer zum Schutz vor weiteren Kollisionen mit der Linie 1. Thiel: »Die Ampelschaltungen müssen an den Stadtbahnverkehr angepasst werden. Das ist ein erheblicher Aufwand.«

Kommentare

Die Absichten zur Verbesserung lassen hoffen!

Ein prima Artikel, der das Drama an der gefährlichen Bielefelder Meile detailreich aufzeigt. Monatlich erscheinen Unfallberichte aus diesem Bereich. Hier können Straßenplaner mal ihre Master-Arbeiten ableisten. Diese Engstelle am Bielefelder Pass fängt schon richtig schlimm am Konrad-Adenauer-Platz an, wo sich die Ab-und Zufahrten zum OWD mit der Arthur-Ladebeck-Straße kreuzen und die roten Radwege dazwischen langführen. Auch schlimm: Radfahrer auf falscher Seite zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Betheleck, Fußgänger immer wieder auf dem engen Radweg (oft noch mit wucherndem Grünzeug von den angrenzenden Grundstücken verknappt) parallel zur Gadderbaumer Straße!

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