Rentner aus Schildesche soll vor dem Schwurgericht der Prozess gemacht werden – Tatmotiv Eifersucht Anklage: Mann (67) erwürgt seine Frau (41)

Bielefeld (WB/hz). Knapp drei Monate nach einem tödlichen Gewaltverbrechen an der Sievekingstraße in Schildesche hat Staatsanwalt Christoph Mackel Anklage wegen Totschlags gegen einen 67 Jahre alten Mann erhoben.

Ein Kripoermittler auf dem Weg zum Tatort: In diesem Haus soll am 12. Juni ein Rentner (67) seine Frau (41) erwürgt haben. Archivfoto: Hans-Werner Büscher
Ein Kripoermittler auf dem Weg zum Tatort: In diesem Haus soll am 12. Juni ein Rentner (67) seine Frau (41) erwürgt haben. Archivfoto: Hans-Werner Büscher

Weil er seine 26 Jahre jüngere Ehefrau erwürgt haben soll, wird sich der Rentner voraussichtlich von Spätherbst an vor dem Schwurgericht verantworten. Tatmotiv soll die Eifersucht des Mannes gewesen sein, sagte Mackel.

Die Details, die zum Tod der 41-Jährigen führten, sind bis heute unbekannt. Der 67-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt. Mackel: »Weil Näheres über den Ablauf des Tattages unbekannt ist, lautet die Anklage nicht auf Mord.«

Der Anklage zufolge kam es am 12. Juni in der Dachgeschosswohnung des Paares in einem großen Mietblock an der Sievekingstraße zum Streit zwischen den Eheleuten. Die Tochter (15) der 41-Jährigen war bereits zur Schule gegangen, als der gehbehinderte Stiefvater die Mutter mit seinem Krückstock angegriffen haben soll. Gegen 8.30 Uhr soll der Rentner der Angestellten eines deutsch-russischen Werbeverlages Schläge gegen Kopf, Rücken und Hüfte verpasst haben. Als die Frau im Kinderzimmer zu Boden ging, soll der Angeklagte sie mit seinen Händen erwürgt haben. Etwa eine Stunde später alarmierte der Rentner die Polizei und ließ sich festnehmen.

Den Ermittlern schilderte der 67-Jährige eine Notwehrsituation. Seine Frau soll ihn mit einem Küchenmesser angegriffen haben. Staatsanwalt Mackel geht dagegen davon aus, dass der Mann nach der Tat der Toten das Messer in die Hand gelegt haben soll, um sein Verbrechen zu vertuschen. So habe die Frau wegen der Wucht des Sturzes auf den Boden das Messer verlieren müssen.

Abwehrverletzungen gegen Messerattacken habe der wie das Opfer im zentralasiatischen Tadschikistan (ehemalige UdSSR) geborene Rentner nicht aufgewiesen. Dass er die 41-Jährige am Hals würgte, soll ihr Mann verschwiegen haben.

Bereits am Tattag sprachen Kollegen der Getöteten davon, dass der Ehemann »chronisch eifersüchtige« gewesen sei. Der 67-Jährige sei sogar im Büro aufgetaucht und habe kontrolliert, ob die Frau wirklich arbeite. »Es soll in der Vergangenheit wiederholt zu Problemen gekommen sein«, bestätigte Staatsanwalt Mackel »diverse verbale Streitigkeiten« zwischen den Eheleuten wegen der Eifersucht des Rentners. Den Ermittlungen zufolge lebt der Angeklagte seit 1991 in Deutschland und hat Kinder aus zwei anderen Ehe. Kennengelernt haben soll sich das Paar im Jahr 1999, als der Mann für das Rote Kreuz in Tadschikistan arbeitete. Ein Jahr später folgte die Heirat. 2011 zogen die Eheleute nach Bielefeld.

Die Tochter der Getöteten wurde seit dem Verbrechen vom Jugendamt in Obhut genommen. Die 15-Jährige will hier die Schule abschließen und lebt bei einer befreundeten Familie. Um ihr Wohl kümmert sich eine zum gesetzlichen Vormund bestellte Juristin.

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