Die zentrale Unterkunft Oldentruper Hof nimmt zunächst 300 Flüchtlinge auf Vollbelegung erst Ende August

Bielefeld (WB). Die Zentrale Unterbringungseinheit für Flüchtlinge (ZUE) im Oldentruper Hof wird frühestens an diesem Freitag bezogen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Pit Clausen werden erst 300 Menschen untergebracht. 

Der Oldentruper Hof, bis Ende Juli noch der Best Western-Hotelkette angeschlossen, wird eine Flüchtlingsunterkunft. An diesem Samstag ziehen die ersten Menschen ein. Gleich neben dem Haupteingang werden sie untersucht und medizinisch begutachtet.
Der Oldentruper Hof, bis Ende Juli noch der Best Western-Hotelkette angeschlossen, wird eine Flüchtlingsunterkunft. An diesem Samstag ziehen die ersten Menschen ein. Gleich neben dem Haupteingang werden sie untersucht und medizinisch begutachtet. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Stadtverwaltung will heute die neue Nutzungsgenehmigung erteilen, sicherte Clausen bei einer Informationsveranstaltung in der AWO-Begegnungsstätte in Oldentrup zu. Gerd Lewandowsky als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins hatte Informationen gewünscht, 50 Interessenten hörten zu.

Seminarräume werden noch umgerüstet

Im Oldentruper Hof, vormals Viersternehotel , gehen zurzeit die Umbauarbeiten in den Zimmern weiter. An diesem Wochenende spätestens werde die ZUE belegt, jedoch nicht mit den von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesenen 500 Menschen.

Der Grund sei die derzeitige bauliche Situation, sagte Clausen. Die Brandmeldeanlagen seien den Anforderungen schon angepasst, aber Seminarräume werden nach Clausens Angaben noch umgerüstet.

Der Parkplatz werde anders gestaltet, um Flüchtlingen »Angebote zu unterbreiten«. Die Asylsuchenden werden so lange in Oldentrup bleiben, bis über ihren Asylantrag entschieden sei. Höchstens zwei Wochen des Aufenthaltes seien geplant, danach werden die Antragsteller anderen Kommunen zugewiesen, sagte Clausen.

Schnellstens aus der Turnhalle raus

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) OWL als Betreiber der Einrichtung bestätigt das. Geschäftsführer Ingo Schlotterbeck sagte dem WESTFALEN-BLATT, er gehe davon aus, dass Flüchtlinge schon am Freitag einziehen. Die Eile sei begründet: »Wir wollen schnellstens aus der Turnhalle raus«. In Oldentrup sollen 50 Fachkräfte zur Betreuung der Flüchtlinge tätig sein. Mehr als 250 Menschen hatten sich auf Stellenangebote des ASB beworben.

Hilfe bietet ein benachbartes Unternehmen an. Es würde auf firmeneigenem Grundstück »Platz für Bewegungssportarten entwickeln«, sagte Schlotterbeck. Der ASB selbst will mit kleinem Fußball- und Basketballfeld für Betätigung der Flüchtlinge sorgen.

Zu wenig Wohnraum

Zurzeit leben 1171 Flüchtlinge, die sich im Asylverfahren befinden, in Bielefeld, erklärte der Oberbürgermeister. Hinzu kommen noch die Menschen, deren Asylverfahren negativ beschieden wurde, so dass sich insgesamt 4000 Flüchtlinge in der Stadt aufhalten.

Untergebracht sind sie an »80 Standorten«, darunter neuerdings ein Objekt mit 50 Plätzen am Osning. Dennoch gebe es zu wenig Wohnraum, sagte Clausen. Bloß würden überzogene Forderungen gestellt, Zehnjahresverträge oder bei kürzerer Laufzeit die Renovierungskosten gefordert.

181 Minderjährige

Einige Anbieter wundern sich indessen, dass die Stadt ihre Mietangebote ablehnte: Max Artemkin, Eigentümer des Heeper Muschelsaals, beklagt, dass die Stadt eine Sechszimmerwohnung an der Ziegelstraße nicht haben wollte. Dabei liege der Mietpreis unter dem Durchschnitt.

Clausen bekräftigt dennoch: »Wir brauchen Wohnraum und jede Art der Hilfe«. Dies gilt auch für 181 minderjährige Flüchtlinge, von denen nur 80 durch die fünf vorhandenen Clearingstellen betreut werden, werde dringend Platz gesucht.

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