Deutlicher Anstieg vor allem an Bahnhöfen Mehr Taschendiebstähle in OWL

Düsseldorf/Bielefeld (dpa). Reisende in NRW-Bahnhöfen sind in jüngster Zeit häufiger Opfer von Dieben geworden. Im ersten Halbjahr habe es 7200 Gepäck- und Taschendiebstähle gegeben – 900 mehr als vor einem Jahr, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei.

Fahrlässig: Wer Wertsachen im offenen Korb trägt, lockt Diebe an
Fahrlässig: Wer Wertsachen im offenen Korb trägt, lockt Diebe an Foto: dpa

Besonders betroffen seien die Hauptbahnhöfe in Köln, Düsseldorf und Dortmund. Viele Täter kämen aus osteuropäischen Ländern, zunehmend aber auch aus dem nordafrikanischen Raum. Oft handele es sich um organisierte Banden, die auch Kinder und Jugendliche auf Diebestour an Bahnhöfen schickten. »Die Täter sind in der Regel mindestens zu zweit«, sagte Michaela Heine von der Bundespolizei St. Augustin.

Das Grundprinzip sei stets: Der eine Täter lenkt den Reisenden ab, der andere zieht ihm das Portemonnaie oder das Handy aus der Tasche. Die Tricks seien vielfältig: Häufig rempelten die Gauner ihr Opfer an und nutzten den Moment, in dem es abgelenkt ist.

Gerade jüngere Leute würden »angetanzt«, um ihnen unauffällig Wertsachen abzunehmen. Zuletzt hatte es mehrere solcher Fälle auch in der Bielefelder City gegeben.

Beim Rolltreppentrick halten die Täter die Rolltreppe mit dem Notfallknopf an und nutzen den Überraschungsmoment aus. »Es kommt auch vor, dass plötzlich jemand Münzen oder Bonbons in ein Zugabteil wirft. Wenn sich die Fahrgäste danach bücken, ist hinterher ihr Geld weg«, berichtet Heine.

Um sich vor Diebstählen zu schützen, sollten Reisende ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt lassen. Besonders riskant sei es, Wertgegenstände im Rucksack auf dem Rücken aufzubewahren. Am besten sei es, sein Geld nahe am Körper im Brustbeutel zu tragen.

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