Randale bei Protestzug in Brackwede Polizei ermittelt gegen 22 Kurden

Bielefeld (WB). Nach den Randalen bei der spontanen Kurdendemo am Donnerstag in Brackwede ermittelt die Polizei jetzt gegen die 22 Teilnehmer. »Im Laufe der nächsten Woche erwarten wir konkrete Ergebnisse«, sagt Polizeisprecher Achim Ridder.

Von Stefan Biestmann
Nach der Randale in Brackwede ermittelt die Polizei gegen 22 Teilnehmer des spontanen Protestmarsches.
Nach der Randale in Brackwede ermittelt die Polizei gegen 22 Teilnehmer des spontanen Protestmarsches. Foto: WB

Die Polizei werte jetzt Videoaufnahmen aus und befrage weitere Zeugen. Wie das WESTFALEN-BLATT am Freitag berichtete, wird ermittelt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Zudem hat nach Polizeiangaben ein Fahrzeugeigentümer Anzeige erstattet, auf dessen Auto Demonstrationsteilnehmer Steine aus dem Gleisbett der Stadtbahn geworfen hatten. Verletzt wurde aber letztlich niemand.

Einige Demo-Teilnehmer hätten gegen das Versammlungsgesetz verstoßen, betont Ridder. Denn sie seien vermummt gewesen. Zudem prüfe der Staatsschutz, ob sich unter den gezeigten Transparenten auch Symbole der in Deutschland verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK befanden.

Demonstranten wurden provoziert

Der Großteil der Teilnehmer, berichtet Ridder, sei 20 Jahre oder jünger gewesen. Nach einer ersten Sitzblockade auf der Hauptstraße hätten vermutlich Fahrgäste türkischer Herkunft aus der Stadtbahn heraus Demonstrationsteilnehmer provoziert. Daraufhin flog mindestens eine Plastikflasche. »Die Stadtbahn wurde aber dadurch nicht beschädigt«, sagt Ridder. Auch beim Verkehrsbetrieb Mobiel sei keine Beschädigung gemeldet worden, berichtet Unternehmenssprecherin Claudia Ohnezorg.

An der unteren Hauptstraße seien die Demonstrationsteilnehmer erneut von Brackwedern türkischer Herkunft provoziert worden. »Die Stimmung war  aggressiv«, sagt Ridder. Nach seinen Angaben wird noch geprüft, wer die kurdische Spontandemo initiiert hat.

Ismail Tas ist Sprecher des Bündnisses Demokratischer Kräfte OWL, zu dem auch viele kurdische Organisationen gehören und das unter anderem Großdemos gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« veranstaltet hatte. Nach seiner Erkenntnis sei die Demo in Brackwede ein »loser Zusammenschluss« von kurdischen Jugendlichen, die sich spontan verabredet hätten.

»Das war kontraproduktiv«

Grundsätzlich begrüße das Bündnis es, wenn Menschen auf die Straße gingen, um gegen die Militärangriffe der türkischen Regierung zu demonstrieren. »Aber wir plädieren für friedliche Abläufe. Man darf sich nicht provozieren lassen. Das war kontraproduktiv«, meint Tas. Er kritisiert aber auch, dass einige Menschen türkischer Herkunft die Demonstrationsteilnehmer bewusst provoziert und damit Anteil an der Eskalation hätten.

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