27-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt Bielefelder würgt seine Ex-Freundin fast zu Tode

Bielefeld (WB). Ein Bielefelder (27) hat bei einem Eifersuchts-Wutanfall fast seine damalige Freundin (24) erwürgt. Der Gewalttäter wurde am Montag von einem Schöffengericht zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Von Jens Heinze
Foto: dpa

»Ich quäle dich, bist du tot bist«, drohte der 27-jährige Mann im Eifersuchtswahn seiner Ex-Freundin am Tattag. Mindestens 20 Sekunden lang würgte  der Angeklagte dann die 24-Jährige am Nachmittag des 20. Mai 2014 in deren Wohnung, heißt es in einem Gutachten der Rechtsmedizin. »Noch 20 Sekunden länger  und die Frau wäre tot gewesen«, sagte Richterin Astrid Salewski bei der Urteilsverkündung.

Dass die 24-Jährige  noch lebt, hat sie ihrem Vermieter zu verdanken. Der Mann eilte am 20. Mai 2014 der jungen Bielefelderin zu Hilfe und warf den Täter  aus der Wohnung. Bevor dieser ging, stieß er noch eine letzte Drohung in Richtung seines schwer verletzten Opfers aus: »Halt bloß die Fresse, sonst bringe ich dich um.«

»Ich hatte Todesängste. Ich habe Sachen durchgemacht, die kein Mensch durchmachen sollte«, berichtete  die 24-Jährige dem Schöffengericht. Am Tattag habe sie die Beziehung zu ihrem gewalttätigen Freund beenden wollen und seine Sachen aus dem Fenster geworfen. Am Ende lag die junge Frau mit schweren Gesichtsverletzungen im Krankenhaus. Sie hatte nach der Würgeattacke Schluckbeschwerden und konnte kaum sprechen. Außerdem schmerzte ihr Kopf, weil der 27-Jährige sie an den Haaren gerissen und aufs Bett geschleudert hatte.

Das war nicht der einzige Übergriff, weswegen sich der 27-Jährige vor Gericht zu verantworten hatte. Der seit zwei Jahren arbeitslose Hartz-IV-Empfänger drosch der 24-Jährigen am Vormittag des 26. Februar 2014 im Auto eine Faust ins Gesicht. Grund war, dass die Bielefelderin einen Termin im Jobcenter hatte und dem Angeklagten erklärte, pünktlich dort erscheinen zu müssen. »Du musst gar nichts«, schrie der Angeklagte und schlug zu. Damals schützte die junge Frau ihren Peiniger noch, der sich bei ihr nach jedem Übergriff entschuldigte und mit Liebesschwüren und Zärtlichkeiten die Taten ungeschehen machen wollte. Ihre schwere Nasenverletzung erklärte die Bielefelderin damit, dass sie vor eine Wand gelaufen sei.

In der Anklage seien nur zwei Tage von vielen schlimmen Tagen in der von Gewalt geprägten Beziehung des Bielefelder Paares festgehalten worden, stellte Richterin Salewski  fest. Sie  fügte in ihrer Urteilsbegründung eine unmissverständliche Warnung an den geständigen Angeklagten  hinzu. »Das nächste Mal sind Sie fällig«, kündigte die Richterin dem 27-Jährigen bei einer weiteren Tat  eine Haftstrafe ohne Bewährung an. Im Beschluss für die dreijährige Bewährungszeit legte die Richterin dem Bielefelder auf, jeden Kontakt zur Ex-Freundin zu meiden und ein Anti-Gewalttraining zu absolvieren. Zudem muss der Mann binnen sechs Monaten 200 Sozialstunden ableisten.

Der Angeklagte ist der Justiz bereits als Gewalttäter gegen Frauen bekannt. In Vorstrafenregister des Mannes stehen Übergriffe wegen Körperverletzung und Bedrohung seiner  Ex-Gattin und Mutter der beiden gemeinsamen Kinder (5/6).

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