Mit falschen Gewinnversprechen 2,66 Millionen Euro ergaunert Betrüger-Ehepaar prellt Lottospieler

Bielefeld(WB). Das Landgericht Bielefeld hat zwei Millionenbetrüger zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der 45 Jahre alte Angeklagte erhielt fünf Jahre Haft, seine Ehefrau (48) dreieinhalb Jahre.

Von Jens Heinze
Deutsche Spieler nahmen angeblich an spanischen Lotterien teil, in Wahrheit waren sie einem Betrügerpaar aufgesessen.
Deutsche Spieler nahmen angeblich an spanischen Lotterien teil, in Wahrheit waren sie einem Betrügerpaar aufgesessen.

Das Paar soll tausende Lottospieler unter anderem aus Ostwestfalen-Lippe mit falschen Gewinnversprechen um mehr als 2,66 Millionen Euro geprellt haben. Wie die Staatsanwaltschaft Bielefeld feststellte, floss das bei 44.000 Lastschriftverfahren ergaunerte Geld über eine Privatbank in OWL.

Zwischen April 2009 und Juli 2010 soll das zur Tatzeit auf der Kanareninsel Teneriffa lebende Ehepaar Firmen betrieben haben, die in Deutschland über Callcenter telefonisch Kunden anwarben. Unter Namen wie »Glücksgarantie« oder »Euro Glück« wurden den Opfern Spielgemeinschaften für die spanische Lotterie schmackhaft gemacht. Der Staatsanwaltschaft zufolge verfügte das Ehepaar jedoch nicht über eine notwendige offizielle Erlaubnis für öffentliche Glücksspiele.

So waren die jeweiligen Spieler-Einsätze zwischen 49 Euro und 59 Euro denkbar schlecht angelegt, stellte das Landgericht Bielefeld fest. Die Lottogewinne beliefen sich auf Minibeträge zwischen acht und 66 Cent. Zudem wurden von den Millionenbetrügern falsche oder veraltete Gewinnzahlen an Lottospieler übermittelt.

Die Ermittlungen ergaben, dass von den 2,663 Millionen Euro Spielereinsätzen nur etwa 400.000 Euro für Lottoscheine eingesetzt wurden. Mit dem großen Rest soll das Paar sein Privatleben und seine Scheinfirmen finanziert haben. Im vier Monate dauernden Prozess schwieg die 48-Jährige zu den Vorwürfen, der 45-Jährige stritt alles ab.

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