Qualifiziertes Personal fehlt – pro Tag mehrere 100 Flüchtlinge kommen an Bielefeld erwägt Aufnahmestopp für Flüchtlinge

Bielefeld (WB). Die Stadt Bielefeld erwägt einen Aufnahmestopp für ihre Erstaufnahmeeinrichtung, sollten die Flüchtlingszahlen am Wochenende weiter steigen.

Am Wochenende könnte die Bielefelder Erstaufnahmeeinrichtung ihre Kapazitätsgrenze erreichen.
Am Wochenende könnte die Bielefelder Erstaufnahmeeinrichtung ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Foto: Thomas F. Starke

In der Spitze habe die Stadt 920 Flüchtlinge aufgenommen, sagte der städtische Beigeordnete Franz-Josef Löseke, Leiter des Krisenstabes, am Donnerstag. »Mehr geht nicht.« Nicht fehlende Räumlichkeiten seien das Problem, sondern fehlendes qualifiziertes Personal, das sich angemessen um die Menschen kümmern könne. Eine 24-Stunden-Betreuung müsse sichergestellt sein. Löseke: »Die Hilfsorganisationen arbeiten schon jetzt am Anschlag.«

Jeden Tag kommen mehrere 100 Flüchtlinge in die Bielefelder Erstaufnahmeeinrichtung an. In der Regel verbleiben sie dort nur für wenige Tage, werden dann weiterverteilt. Die Stadt hat bereits 450 Notplätze in zwei Sporthallen eingerichtet. Insgesamt werden an diesem Wochenende in NRW bis zu 5000 Flüchtlinge erwartet. Für etwa 1000 Menschen fehlt es landesweit an  Unterkünften.

Ein immer größeres Problem sind  auch die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge. Sie dürfen nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden, sondern werden der Obhut der Jugendämter in den Städten überlassen, in denen sie ankommen. Künftig sollen die Jugendlichen ebenfalls anteilig auf Kommunen verteilt werden dürfen.

In Bielefeld gibt es bei den jugendlichen Flüchtlingen nach Angaben der Stadt noch keine Engpässe. In den speziellen Unterkünften, den so genannten Clearing-Häusern, seien noch Kapazitäten frei.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.