Um 48 Prozent unter dem Bundesschnitt – Bielefeld gehört zu den sichersten Städten Deutschlands Deutlich weniger Fahrraddiebstähle

Bielefeld (WB). Bessere Technik, mehr Sorgfalt: Eine genaue Erklärung hat Polizeisprecher Achim Ridder nicht für die positive Entwicklung. In Bielefeld geht Fahrradklau im Gegensatz zu allen Kommunen im Umland klar zurück.

Von Michael Diekmann
Die Zahl von Fahrraddiebstählen im ländlichen Bereich und am Stadtrand hat erheblich zugenommen. Bielefeld gehört zu den sichersten Kommunen der Region.
Die Zahl von Fahrraddiebstählen im ländlichen Bereich und am Stadtrand hat erheblich zugenommen. Bielefeld gehört zu den sichersten Kommunen der Region. Foto: dpa

»Wenn wir die genauen Ursachen kennen würden, wären wir bestimmt ein Stück weiter«, ist  Ridder überzeugt. Der typische Fahrraddieb  ist  in 90 Prozent der Fälle männlich, ein Viertel ist zwischen 18 und 25 Jahre alt, und 64 Prozent stehlen in ihrer Heimatgemeinde.

Gleichwohl gebe es die unterschiedlichsten Gründe, warum in Ostwestfalens Oberzentrum im vergangenen Jahr 71 Fahrraddiebstähle weniger pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Mit 1018 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt die Stadt um 48 Prozent unter dem Durchschnitt, während im gleichen Zeitraum Paderborn um  42 Prozent, Osnabrück um 60 Prozent  und  Münster sogar um 152 Prozent über dem Bundesschnitt lagen.

Aufklärungsquote zeigt Nachholfbedarf

Von den Universitätsstädten in der Region gibt Bielefeld  das beste Bild ab. Erarbeitet hat den bundesweiten Vergleich das Verbraucherportal »billiger.de«, Fallzahlen hat auch die Bielefelder Polizei geliefert. In der Rangliste 100 untersuchter Städte zählt Bielefeld auf Platz 71 zu den sichersten Kommunen Deutschlands. Bei der Aufklärungsquote habe die Stadt aber Nachholbedarf. Auf die 100 Städte gerechnet liegt die Aufklärungsquote bei 9,6 Prozent, in Bielefeld nur bei 5,3 Prozent.

Ein Fahrraddiebstahl selbst bei gut gesicherten Rädern dauert nach Angaben von Fachleuten meist nur Sekunden. Sind Räder erst einmal weg, bleiben sie auch verschwunden. Um die seit Jahren schlechte Quote der Ermittlungsbehörden zu verbessern, sollten die Fahrradbesitzer aktiv werden. Viele sicherten  ihr Fahrrad nur mit einem einfachen Schloss.  Ridder: »Wir empfehlen   stabile Bügelschlösser. Die lassen sich nicht einfach knacken. Das Material ist sehr massiv.« Damit sei der Blitzdiebstahl meist vereitelt.  Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte sich schon beim Kauf des richtigen Schlosses vom Fachmann beraten lassen.

Sicherheitstipp: Rad codieren

Ganz nebenbei räumt die Statistik auch mit einigen Annahmen der Fahrradfahrer auf. Im ländlichen Raum und am Stadtrand hat die Diebstahlquote in letzter Zeit erheblich zugenommen und erreicht nahezu das Niveau der City.  Und dort in der Innenstadt sind selbst im Keller abgestellte Räder nicht sicher, wenn sie nicht abgeschlossen sind und wenn   Keller oder Hausflur nicht gesichert ist. Achim Ridder empfiehlt als Sicherheitstipp, sein Rad codieren zu lassen. Beim Fachhändler gibt es  eine  eindeutige Rechnung samt Daten, die den Eigentumsnachweis erleichtern.

Damit die Diebstahlquote in Bielefeld  weiter niedrig bleibt und die fahrradfreundliche Stadt am Teuto als sichere Stadt gilt, wünschen sich die Fahrradfahrer noch mehr Bügel im Straßenbild, an die man seinen Drahtesel anbinden kann. Achim Ridder: »Sein Rad an einem festen Gegenstand anzuschließen, ist ein wirksamer Schutz. Wenn man das richtige Schloss hat.«

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