Prozess vor Schwurgericht gegen zwei Männer Mordversuch bei Sparkassenüberfall

Bielefeld (WB/kw/hz). Versuchter Mord, besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung werden den zwei  Bankräubern vorgeworfen, die am 20. März die Sparkassen-Filiale an der Bretonischen Straße in Senne brutal  mit Waffengewalt überfallen haben. Staatsanwalt Veit Walter erhob jetzt Anklage zum Schwurgericht Bielefeld.

Am 20. März kam es zu dem brutalen Überfall auf die Sparkassen-Filiale an der Bretonischen Straße in Senne.
Am 20. März kam es zu dem brutalen Überfall auf die Sparkassen-Filiale an der Bretonischen Straße in Senne. Foto: Thomas F. Starke

Den beiden albanischen Bankräubern, zur Tatzeit 26 und 29 Jahre alt, drohen Haftstrafen von bis zu  15 Jahren. Die Rechtsanwälte Dr. Kerstin Terhardt und Martin Mauntel verteidigen die  Angeklagten,  die  am Tatort festgenommen wurden. Mauntel, der den 26-Jährigen  vertritt, geht davon aus, dass der Prozess  im September beginnen kann  und voraussichtlich mehrere Monate dauert. Nach seinen Angaben sei auch Ziel des Prozesses, den Tatverlauf mit Blick auf die jeweilige Beteiligung der Angeklagten  zu klären.

Durch gezielte Schüsse die Flucht vereitelt

Der Überfall ereignete sich  am 20. März, einem Freitag, gegen  12 Uhr mittags. Außer den fünf Angestellten befanden sich zwei  Kunden in der Sparkassenfiliale. An der Straße und in einem  nahe liegenden Supermarkt verfolgten   Augenzeugen den Fluchtversuch der Täter aus der bereits von Polizisten umstellten Sparkasse.  Der Überfall schockte die Menschen in Bielefeld. Die Täter gingen äußerst brutal gegen die Sparkassen-Angestellten vor. Drei Mitarbeiter wurden von einem Räuber  mit einer  Pistole mehrfach gegen  die Köpfe geschlagen und schwer verletzt. Einem Angestellten an der Kasse soll der 29-jährige  Täter nach Zeugenaussagen seine Waffe an den Kopf gehalten und abgedrückt haben. Der Schuss löste sich nicht. Mit diesem Mordversuch wurde die Tat zu einem Kapitalverbrechen. Kripoermittler der Mordkommission »Bretonia« (benannt nach dem Tatort) übernahmen die Aufklärung.

Auch bei der Flucht gingen die Räuber ausgesprochen aggressiv vor. Der ältere Täter, der die Waffe des Komplizen  an sich genommen hatte, bedrohte auf der Straße vor der Bank  mehrere Polizisten –  bis   ein Beamter mit zwei  gezielten Schüssen  in ein  Bein des Räubers die Flucht endgültig vereitelte.

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