Kunsthallen-Direktor hält möglichen Verkauf an privaten Nutzer für »fatal« »Kammer-Villa muss öffentlich bleiben«

Bielefeld (WB/bp). Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede hat frische Hoffnung geschöpft, dass  die Villa der Handwerkskammer doch noch ein Museum werden könnte.  Nachdem die Handwerkskammer  dem WESTFALEN-BLATT bestätigt hat, dass das Gebäude  noch zu haben sei und es noch keinen endgültigen Zuschlag gegeben habe, ist Meschede optimistisch: »Diese Villa muss in Zukunft öffentlich zu nutzen sein. Sie an einen privaten Interessenten zu veräußern, halte ich für fatal.«

Die Kammer-Villa soll öffentlich zugänglich bleiben, wünscht sich Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede.
Die Kammer-Villa soll öffentlich zugänglich bleiben, wünscht sich Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede. Foto: Bernhard Pierel

Die Vollversammlung der Handwerkskammer hat bislang nur das Mindestgebot für die Immobilie beschlossen – 2,4 Millionen Euro. Als erster Kandidat für den Kauf gilt der Radiologe Dr. Agron Lumiani.

Bis vor knapp zwei Monaten  wollte der Freundeskreis Hermann Stenner um den Sammler Hermann-Josef Bunte die Kammer-Villa  für ein Museum erstehen. Ein Hauptsponsor wollte mit  2,3 Millionen  einsteigen, das Gebäude dem Freundeskreis als »Hermann Stenner-Haus – Galerie der klassischen Moderne« einer Stiftung überlassen. Aber dieser Hauptsponsor sprang ab.

Hermann Stenner (1891-1914) wurde in Bielefeld geboren. Der »ostwestfälische Expressionist« hinterließ ein umfangreiches Werk. Die Kunsthalle zeigte Hermann-Josef Buntes Stenner-Sammlung in der Ausstellung »Das Glück in der Kunst«. Der Sammler selbst würde die Werke gern enger an die Kunsthalle und an Bielefeld binden.

Friedrich Meschede sagt, für ihn sei es  nicht entscheidend, ob aus der Kammer-Villa tatsächlich ein Stenner-Museum wird oder ein  Fotomuseum der »Bielefelder Schule«. Entscheidend sei die Zugänglichkeit: »In dieser Frage muss die Handwerkskammer in die Pflicht genommen werden.«  Der Verkaufserlös   soll in den neuen »Campus Handwerk« fließen.

Die Villa wurde 1836 von Leinenhändler Carl August Weber erbaut.  Das vornehme Wohnhaus wechselte mehrfach den  Besitzer. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es  Fahrradfabrikant Arthur Göricke, der es  auch als Handelshaus nutzte. 1930 wurde es von der Handwerkskammer erworben, 1968 kam der  Anbau dazu.

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