Drei Bielefeldern wird gemeinschaftliche Tat vorgeworfen Staatsanwaltschaft klagt Altstadt-Vergewaltiger an

Bielefeld (hz). Zwei 20 Jahre alte Männer und ein 22-Jähriger sollen sich wegen einer gemeinschaftlichen Vergewaltigung unweit der Altstädter Nicolaikirche vor dem Landgericht verantworten.

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Staatsanwältin Julia Oerter hat Anklage im Fall des Missbrauchs einer seinerzeit 38 Jahre alten Frau erhoben. Diese soll am 21. September vergangenen Jahres gegen 4 Uhr morgens in einem Geschäftseingang an der Altstädter Kirchstraße von dem aus Bielefeld stammenden Trio festgehalten und vergewaltigt worden sein.

Wie Staatsanwaltschaft-Sprecherin Dr. Christiane Holzmann berichtete, war die 38-Jährige am frühen Morgen des 21. September 2014 aus einer Ausnüchterungszelle des Polizeigewahrsams entlassen worden. Dort saß die Frau in der Nacht zu jenem Sonntag nach einem alkoholgeschwängerten Streit mit ihrem damaligen Lebensgefährten.

Kaum wieder frei, traf die Bielefelderin gegen 4.30 Uhr im Altstädter Kirchpark auf die drei Angeklagten. Nach einem Gespräch über den Liebeskummer der Bielefelderin und der Frage nach Feuer für eine Zigarette hätten die drei jungen Männer die offenbar nur leicht bekleidete Frau plötzlich »oberhalb und unterhalb ihrer Bekleidung« begrapscht, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde.

Die 38-Jährige habe vergeblich versucht, die Hände der Männer wegzuschlagen. Diese hätten ihr Opfer in einen nahegelegenen Geschäftseingang an der Altstädter Kirchstraße geschubst und halb entkleidet. Von zwei Komplizen (20/22) an den Händen fixiert, sei die Bielefelderin von dem anderen 20-Jährigen vergewaltigt worden. Ein zweiter Täter habe eine geplante weitere Vergewaltigung abgebrochen.

Die Tätersuche der Kripo sorgte im Herbst vergangenen Jahres für Aufsehen. Interne Polizei-Phantombilder von den kurz darauf ermittelten Tatverdächtigen kursierten plötzlich im Internet und in einem Handy-Nachrichtendienst. Laut offizieller Erklärung der Polizei habe ein Zeuge die nicht zur Öffentlichkeitsfahndung bestimmten Kripobilder mit seinem Smartphone abfotografieren dürfen, um diese weiteren möglichen Zeugen zu zeigen. Diese Fotos wurden gegen den angeblich erklärten Willen der Ermittler weiter verbreitet.

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