Erstaufnahmeeinrichtung am Südring wächst von 250 auf 450 Plätze So viele Flüchtlinge wie nie

Bielefeld (WB/MiS). Die Zen­trale Ausländerbehörde Bielefeld (ZAB) rechnete am Donnerstag erneut mit bis zu 250 Flüchtlingen, die in den beiden städtischen Turnhallen die Nacht verbringen würden. »Wir gehen davon aus, dass wir die Notquartiere noch bis kommende Woche benötigen«, sagte Torsten Böhling, Leiter der ZAB.

Holzbänke und -tische sind in der Sporthalle I aufgebaut worden. Dort versammeln sich die Flüchtlinge zu gemeinsamen Mahlzeiten.
Holzbänke und -tische sind in der Sporthalle I aufgebaut worden. Dort versammeln sich die Flüchtlinge zu gemeinsamen Mahlzeiten. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Flüchtlinge, die am Mittwoch in den Notunterkünften untergekommen waren, wurden bereits am Donnerstag weiterverteilt. Ein Teil ist jetzt in der Erstaufnahmeeinrichtung am Brackweder Südring, andere mussten in andere Städte weiterreisen. 80 Menschen wurden nach Detmold verlegt.

Der Monat Juni war seit Wiedereröffnung der ZAB 2011 der bisherige Rekordmonat. 3500 Menschen wurden von der Ausländerbehörde registriert. Im laufenden Jahr waren es bisher schon 15000 Flüchtlinge. Im gesamten Jahr 2014 kamen nur 19000. Erleichterung erhofft sich Rathaus-Dezernent Dr. Udo Witthaus, Leiter des städtischen Krisenstabes, von der Erweiterung der Erstaufnahmeeinrichtung am Südring. Sie wächst von 250 auf 450 Plätze. Der Erweiterungsbau soll im August fertiggestellt sein.

Zu den aktuellen Engpässen bei der Aufnahme von Flüchtlingen war es gekommen, weil acht Aufnahmeeinrichtungen im Land wegen Windpocken und Durchfall­erkrankungen der Bewohner geschlossen werden mussten. Auch bei der Ankunft in Bielefeld werden die Flüchtlinge nach Krankheiten befragt. »Wir wollen verhindern, dass ansteckende Krankheiten wie Krätze in die Unterkünfte getragen werden«, sagte Ingo Schlotterbeck, Leiter der Koordinierungs- und Leitungsgruppe der Hilfsorganisationen ASB, Johanniter und Rotes Kreuz.

Insgesamt waren bis zu 100 Helfer, auch von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr, beim Aufbau der Notquartiere im Einsatz. Für die Betreuung sind weiterhin rund um die Uhr bis zu 16 Einsatzkräfte eingeteilt. Der am Mittwoch bei der Stadt eingerichtete Krisentab lässt seine Arbeit jetzt ruhen.

Cemil Sahinöz, Vorsitzender des Bündnisses Islamischer Gemeinden in Bielefeld, lud die muslimischen Flüchtlinge in den Unterkünften zum Fastenbrechen in die Moscheen des Bündnisses ein: »Wir befinden uns im Ramadan. Die Flüchtlinge sind jederzeit bei uns willkommen.«

Kommentare

Menschen willkommen

Menschen in Not als "Flüchtlingsansturm" zu bezeichnen finde ich unpassend und tendenziös. Die Fluchtursachen zu bekämpfen hieße zuerst die Waffenexporte einzustellen, das käme Einzelnen sicherlich teurer als uns allen die Steuergelder, die für Notunterkünfte in Turnhallen und den Betrieb der Erstaufnahme verwendet werden. Überall in der Welt zündelt unser Land oder führt Krieg, das heißt zwar anders, ist aber nicht anders, wenn die Bombe dein Haus zerreißt, in Kosovo, Afghanistan usw. - die Grenze zwischen den Menschen verläuft eben nicht anhand von Ländergrenzen sondern zwischen oben und unten. Es müssen deutlich mehr günstige Wohnungen gebaut werden, staatlich gefördert! Ich such auch grad ne günstige Wohnung.

Arche Bielefeld...

...Die Stadt hat Geld im Überfluß und kann es sich auf Steuerzahlerkosten ja leisten. Ich habe jedenfalls die Schnauze voll von den Flüchtlingen! Es reicht und die deutsche Regierung muss handeln, sonst wären sich die Bürger, den Bielefeld verkommt oder wer empfindet die Bielefelder Neustadt oder den Bahnhof noch als attraktiv? Verwundert reiben sich Besucher die Augen, ob man in Afrika oder Bielefeld ist...

Befragt

Da werden die Flüchtlinge nach Krankheiten befragt. Ist hier wirklich jemand der glaubt, daß die dazu die Wahrheit sagen? Das werden die mit Sicherheit nicht tun, da die denken müssen, daß sie dann sofort festgesetzt und abgeschoben werden.
Was natürlich nicht stimmt. Hier werden alle Flüchtlinge selbstverständlich auf Steuerzahlers Kosten gesund gepflegt.

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