Junge Leute und Ausländer überdurchschnittlich häufig auf Jobsuche Weniger Arbeitslose in OWL

Düsseldorf/Bielefeld (dpa/WB/ef). Vor den Sommerferien ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe  nicht so stark zurückgegangen wie sonst zu dieser Jahreszeit.

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestalen-Lippe ist trotz des Sommers weniger stark zurückgegangen als erwartet.
Die Arbeitslosigkeit in Ostwestalen-Lippe ist trotz des Sommers weniger stark zurückgegangen als erwartet. Foto: dpa

So waren bei den Arbeitsagenturen in OWL im Juni 2015 insgesamt 69.026 Menschen arbeitslos gemeldet – 467 oder 0,7 Prozent weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Arbeitslosigkeit  um 1913 oder 2,7 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote in OWL stagnierte auf Vormonatsniveau bei 6,4 Prozent.

Gegenüber Juni 2014 liegen sechs von sieben OWL-Agenturen unter dem Vorjahreswert. Nur im Kreis Gütersloh stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um etwa 240 auf mehr als 10.400 Personen an. Als Ursache nannte die Agentur für Arbeit, dass der Kreis Gütersloh »sehr produktionslastig« sei. Dagegen sei die Stadt Bielefeld eher dienstleistungsorientiert. Der Kreis Gütersloh weist nach dem Kreis Höxter aber immer noch die prozentual wenigsten Arbeitslosen auf.  

Den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe wurden im Juni insgesamt 5382 Stellen neu gemeldet (Vorjahr 4685). Bei insgesamt 14.422 offenen Stellen laufen die Vermittlungstätigkeiten in den Arbeitsagenturen und Jobcentern bereits (Vorjahr: 11 797).
Bundesweit waren im Juni  bei den Arbeitsagenturen 572.000 Jobangebote gemeldet, 78.000 mehr als vor einem Jahr.

Vor allem Ausländer und junge Leute seien überdurchschnittlich häufig auf Jobsuche gewesen, teilte die Agentur für Arbeit in Düsseldorf mit. Behördenchefin Christiane Schönefeld zeigte sich trotzdem optimistisch. Es gebe auch viele offene Stellen. Vor allem junge Fachkräfte könnten in der Regel schnell wieder einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Insgesamt hatten sich in NRW 742 550 Menschen arbeitslos gemeldet – nur 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Normalerweise fällt der Rückgang im Frühsommer stärker aus. Langfristig allerdings ist der Arbeitsmarkt weiter im Aufwärtstrend. Im Vergleich zum Juni 2014 sank die Zahl der Jobsuchenden um 2,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent, bundesweit sind es nur 6,2 Prozent.

Dass sich außergewöhnlich viele junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet hatten, habe auch statistische Effekte. Durch den frühen Start der Sommerferien in NRW seien die Abschlussprüfungen für die Auszubildenden vorverlegt worden. Deshalb seien viele junge Leute schon jetzt auf der Suche nach einer neuen Stelle.

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