Insolvenzverfahren gegen Middelhoff naht – Suche nach Vermögen führt in die USA Wo sind die Millionen?

Bielefeld (WB/mara). Gegen den Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wird wohl noch in diesem Sommer das Insolvenzverfahren eröffnet. Derweil geht die Suche nach möglicherweise verstecktem Geld weiter – in den USA.

Das Insolvenzverfahren gegen Ex-Arcandor-Cef Thomas Middelhoff wird wohl noch im Sommer eröffnet.
Das Insolvenzverfahren gegen Ex-Arcandor-Cef Thomas Middelhoff wird wohl noch im Sommer eröffnet.

Nach der Privatinsolvenz des 62-jährigen Ex-Managers strecken die Gläubiger nun die Finger nach dessen Immobilien, Aktien und Fondsanteilen im Wert von 90 Millionen Euro aus. Diese hatte Middelhoff schon 2011 auf Ehefrau, seine fünf Kinder und einen vertrauten Anwalt übertragen. Doch laut »Tagesspiegel« hat das Amtsgericht Bielefeld den Insolvenzverwalter Thorsten Fuest ermächtigt, alle Übertragungen Middelhoffs rückgängig zu machen – offenbar mit Erfolg.

Ein Insolvenzverfahren lässt zumindest die rund 50 Gläubiger, die von Middelhoff mehr als 100 Millionen Euro fordern, hoffen, dass es nun doch etwas zu verteilen gibt. Der große Anteil dieser Summe stammt aus Krediten, mit denen Middelhoff Immobilienfonds-Anteile kaufte. Später soll er die Rückzahlungen dafür nicht geleistet haben und meldete dann Insolvenz an.

»Der Spiegel« berichtet, dass Middelhoff laut einer bislang unbekannten Liste seines Steuerberaters schon Ende 2010 mit 121 Millionen Euro in der Kreide stand, seine Ehefrau mit weiteren 72 Millionen – zum Großteil beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

Doch möglicherweise ist es Insolvenzverwalter Thorsten Fuest gelungen, genügend Masse zusammenzutragen. Angefangen bei den beiden Bielefelder Villen, die Middelhoff im Fe­bruar 2011 an eine Familienfirma verschenkte. Eine Firma, an der auch seine Kinder beteiligt sind. Schwieriger hingegen dürfte die Suche nach dem Geld sein, das Middelhoffs Immobilienfonds ausschütteten.

Denn diese Einnahmen übertrug der Ex-Manager direkt an die in Berlin beheimatete Middelhoff & Cie. Asset Management GmbH. »Die Eheleute Middelhoff haben praktisch ihr gesamtes Vermögen dem Zugriff der Gläubiger entzogen und sich bereits im Jahr 2011 vollstreckungstechnisch eingerichtet«, heißt es in der Klageschrift von Sal. Oppenheim. Das Kölner Institut hatte das Ehepaar Middelhoff Ende 2013 auf knapp 78 Millionen Euro verklagt. Mehr als 100 Millionen Euro hatten sie dem Ehepaar geliehen, das die Gelder in diverse Oppenheim-Esch-Fonds investierte.

Doch es gibt den Verdacht, dass Geld aus der Middelhoff & Cie. in andere Firmen abgeflossen ist, schreibt »Der Spiegel« weiter. Zwischen 2011 und 2014 sei es zu mehreren Transfers gekommen, bei denen erhebliche Summen auf verschiedenen Wegen an eine Anlagefirma in New York geflossen seien – eine Firma, an der Middelhoff bis 2014 Anteile hielt.

Insgesamt sollen mehr als fünf Millionen Euro direkt oder auf Umwegen bei der US-Firma gelandet sein. Sollte dies ein Geldbunker für schlechte Zeiten sein? In diesem Zusammenhang gebe es noch viele offene Fragen, sagte Insolvenzverwalter Thorsten Fuest dem »Spiegel«.

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