Rat stimmt im Eilverfahren zu – Hotel als neuer Standort für Zentrale Unterbringungseinrichtung mit 500 Plätzen »Oldentruper Hof« wird Asylbewerberheim

Bielefeld (WB). Das renommierte Hotel »Oldentruper Hof« soll zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes für Flüchtlinge werden. Gestern hat der Bielefelder Rat dem Standort in einem Eilverfahren zugestimmt.

Von Michael Schläger
Hermann Obermeyer erwarb den »Oldentruper Hof«  1982 als Gasthof, baute ihn nach und nach zu einem Kongresshotel mit 134 Zimmern aus. Jetzt ist dort eine Asylunterkunft geplant.
Hermann Obermeyer erwarb den »Oldentruper Hof« 1982 als Gasthof, baute ihn nach und nach zu einem Kongresshotel mit 134 Zimmern aus. Jetzt ist dort eine Asylunterkunft geplant. Foto: Hans-Werner Büscher

Das Haus, in dem zurzeit noch der normale Hotel-Betrieb läuft, soll Platz für 500 Flüchtlinge bieten. Die  60 Beschäftigten des Oldentruper Hofs verlieren ihren Arbeitsplatz. Einige von ihnen könnten aber in der  Unterbringungseinrichtung eine Weiterbeschäftigung finden. Betrieben wird die Einrichtung voraussichtlich von einem Wohlfahrtsverband.

Dr. Hermann Gördes, Anwalt der Eigentümer-Familie Obermeyer, erklärte gestern, dass die Verhandlungen über Vertragsdetails mit der für die ZUE zuständigen Bezirksregierung Arnsberg noch liefen, er aber von einer Einigung ausgehe. Die Mitarbeiter des Hotels seien inzwischen unterrichtet worden. Das Gebäude mit seinen 134 Zimmern und Tagungsräumen samt Außenflächen wird vom Land langfristig für zehn Jahre mit einer Verlängerungsoption angemietet. Möglicherweise bereits im September könnte die Einrichtung dort nach geringfügigen Umbauarbeiten ihre Arbeit aufnehmen.

Oberbürgermeister Pit Clausen kündigte an, dass es zum neuen Standort für die ZUE in den kommenden Wochen eine Bürgerinformationsveranstaltung geben werde. Im Umfeld des Oldentruper Hofes am Niedernholz unweit der Autobahn 2 befinden sich vor allem Gewerbegebiete. Es gibt nur wenig Wohnbebauung in der Nachbarschaft. Über eine Buslinie ist das Hotel auch an die Stadt angebunden.
Der Oberbürgermeister erklärte, er habe im Vorfeld in Verhandlungen mit der Landesregierung darauf gedrungen, dass nicht mehr als 500 Menschen in dem Hotel untergebracht würden. Gleichzeitig müssten ehrenamtliche Helfer die Möglichkeit bekommen, dort Angebote zu machen. »In Bielefeld gibt es eine Willkommenskultur für Flüchtlinge.«

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Wochenendausgabe des Westfalen-Blattes.

Kommentare

Ohne Worte

"Das Gebäude mit seinen 134 Zimmern und Tagungsräumen samt Außenflächen wird vom Land langfristig für zehn Jahre mit einer Verlängerungsoption angemietet."

Was das den Steuerzahler wohl wieder kostet?!

@Andreas Brinkmann

@Andreas Brinkmann

Wie meinen sie das?
> bis sie dann für sich selbst sorgen dürfen.

Urlaub in Deutschland

und der Umliegenden EU wird wohl in den nächsten Jahren aufhören.

Gratulation

Weder in der Familie noch in der Hotelkette waren Nachfolger für die jetzige Weiter-Betreibung des Gebäudes zu finden (Westfalen-Blatt berichtete). So wird nun eine vorhandene Ausstattung sinnvoll weiter genutzt und sogar einige Angestellte müssen sich trotzdem nicht nach neuen Stellen umsehen.
Da hat jemand mitgedacht.
Leider ist das Gebäude für diese zwangsläufigen Fußgänger zwar nicht gerade optimal erreichbar, aber für die allererste Kurz-Unterkunft meiner Ansicht nach dennoch vielleicht verkraftbar und erst einmal sicher eine gute Lösung um eine größere Menge von Leuten unterzubringen, bis sie dann für sich selbst sorgen dürfen.

4 Kommentare

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