Schmutzige Wäsche, Teil 2: BfB-Vorstand und Fraktion reagieren auf Austritte

Bielefeld (WB). Nach dem angekündigten Austritt von fünf Mandatsträgern der Bürgergemeinschaft will Vorsitzender Rainer Ludwig die BfB neu formieren. Für sich selbst sieht er »keinen Anlass zurückzutreten«.

Von Michael Schläger
Demonstrierten Geschlossenheit (von links): Vize Peter Eiffert, BfB-Vorsitzender Rainer Ludwig, die Fraktionschefin Dorothea Becker und die Ratsmitglieder Barbara Papa und Thomas Rüscher.
Demonstrierten Geschlossenheit (von links): Vize Peter Eiffert, BfB-Vorsitzender Rainer Ludwig, die Fraktionschefin Dorothea Becker und die Ratsmitglieder Barbara Papa und Thomas Rüscher. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Versammlung sollte Geschlossenheit signalisieren. Nach der Austrittsankündigung von Ratsmitglied Alexander von Spiegel sowie den Bezirksvertretern Dr. Harald Brauer und Jan Dop­heide (beide Brackwede), Udo Buse (Sennestadt) sowie Hans-Herbert Wüllner (Senne) hatte Ludwig gestern zu einer Pressekonferenz die Restfraktion um sich formiert, dazu seinen Stellvertreter Peter Eiffert und die Geschäftsführer von Verein und Fraktion.

»Ich bin in dieser Situation nicht gerade gelassen, aber erleichtert«, sagte Ludwig. Erleichtert, dass der, den er in der Vergangenheit als Haupt-Unruhestifter ausgemacht hat, dass Alexander von Spiegel die BfB nun verlassen hat.

Und so wie von Spiegel schmutzige Wäsche gewaschen hat bei seinem überraschenden Aus­ttrittscoup, macht es jetzt auch Rainer Ludwig. Von Spiegel habe ihn vor seiner Wiederwahl am 25. März erpressen wollen, ihm eine Reihe von Forderungen diktiert, etwa eine Doppelspitze statt eines alleinigen Vorsitzes. »Auf so etwas lasse ich mich nicht ein«, sagte Ludwig und verteilte als Beleg einen entsprechenden Vermerk.

Auch Fraktionschefin Dorothea Becker, mit persönlichen Angriffen eigentlich eher zurückhaltend, teilte gestern aus. Es sei einfach unwahr, dass die Fraktion nicht in die Wahl ihres neuen Geschäftsführers eingebunden worden sei. »Die Wahrheit ist, dass von Spiegel selbst dieses Amt haben ­wollte.«

Ohnehin sei es von Spiegel immer auch um Geld gegangen. Dem habe der frühere Fraktionschef Johannes Delius nachgegeben, indem er von Spiegel einen Werkvertrag als Bezirkskoordinator angeboten habe, der dann aber nicht umgesetzt worden sei. Becker sprach zudem von zahlreichen »erpresserischen und verleumderischen Mails«.

Von Spiegel habe seine jetzigen Mitstreiter »bewusst falsch und selektiv« informiert, um sie auf seine Seite zu holen, sagte die Fraktionschefin. Becker und Ludwig hoffen, den ein oder anderen doch noch umstimmen zu können.

Der heutige BfB-Vize Peter Eiffert sollte am 25. März als Gegenkandidat von den von-Spiegel-Anhängern ins Rennen um den Vorsitz geschickt werden. »Dann habe ich gemerkt dass ich nur benutzt werden sollte«, sagte das BfB-Urgestein. »Ich stehe Vielem kritisch gegenüber, aber ich bin kein Gegner.«

An diesem Wochenende wollen sich die BfB-Funktionsträger zu einer Klausurtagung treffen. »Die haben wir eigentlich auch wegen der Kritiker aus dem Süden anberaumt«, sagte Ludwig. Aber die hätten abgesagt. Jetzt wisse man warum. Nach der Sommerpause will die BfB sich neu formiert auch inhaltlich wieder zu Wort melden. »Zeit wird es«, meinte Ludwig selbstkritisch.

Das Süd-Quintett um von Spiegel denkt derweil über eine neue Organisationsform nach. »Um den Fraktionsstatus in den Bezirksvertretungen Brackwede und Senne zu halten, müssen wir das tun«, sagte Alexander von Spiegel, der Ludwigs Vorwürfe als »Verleumdung« bezeichnete. Denkbar sei die Gründung einer Interessengemeinschaft oder sogar eigenen Vereins. Ein Name wird noch gesucht. Bei einer Versammlung der BfB-»Südstaaten«, der Stadtbezirksverbände Brackwede, Senne, Sennestadt und Gadderbaum habe es Mittwochabend viel Zustimmung für die Positionen der Ausgetretenen gegeben, sagte von Spiegel. »Uns werden noch weitere folgen«, ist er sich sicher.

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