Gewerkschaft will Druck auf Post erhöhen – Auswirkungen bisher aber kaum spürbar Streik im OWL-Paketzentrum

Bielefeld (WB). Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post hat die Gewerkschaft in der Nacht auf Montag auch das für ganz OWL zuständige Paketzentrum Bielefeld in den Streik einbezogen. Die Auswirkungen dürften sich jedoch in Grenzen halten.

Von Edgar Fels
Rund 160.000 Pakete werden tagtäglich im Bielefelder Paketzentrum umgeschlagen. 150 der 250 Stammkräfte sind seit Montag im Streik.
Rund 160.000 Pakete werden tagtäglich im Bielefelder Paketzentrum umgeschlagen. 150 der 250 Stammkräfte sind seit Montag im Streik. Foto: Thomas F. Starke

»Der Streik ist unbefristet«, sagte gestern Michael Lasrich, Betriebsgruppenvorsitzender der Gewerkschaft Verdi in OWL. Nach seinen Angaben  beteiligen sich etwa 150 der 250 Mitarbeiter im Paketzentrum an dem Ausstand.  Die etwa 30 bis 40 Beamten  dürfen  nicht streiken. Schwierig sei aus Gewerkschaftssicht zudem, die Beschäftigten mit  befristeten Verträgen zum Streik zu bewegen. »Die Post hat hier ein großes Erpressungspotenzial.«  Auf Abruf stünden dem Konzern 125 Personen als Aushilfen  bereit. Ferner habe die Post seit  März 50 Rumänen und Polen angestellt.

Lasrich  geht deshalb davon aus, dass ein Großteil der Pakete bearbeitet wird. »Zumindest in der Anfangsphase«, sagt er. Man wolle   jedoch versuchen, »Schlüsselpositionen im Paketzentrum« in den Streik einzubeziehen. Das könnten  Techniker und Rangierer sein, sagte der Verdi-Funktionär.

Verdi zufolge werden im Paketzentrum täglich mehr als 160 000 Pakete aus Ostwestfalen-Lippe und dem östlichen Ruhrgebiet umgeschlagen. Etwa 100.000 Pakete würden von Bielefeld aus an die 32 Paketzentren in Deutschland verteilt. 60.000 Sendungen würden in der Region zugestellt.

Post-Sprecher Achim Gahr stuft die  Auswirkungen ebenfalls als gering ein: »Alle Sendungen, die da waren, sind auch rausgegangen.« Dennoch sei es für Kunden »ärgerlich«, wenn Pakete länger als sonst üblich zum Empfänger bräuchten.

Außer in Bielefeld hat Verdi in NRW auch die Beschäftigten in den Paketzentren Greven, Hagen und Köln zur Arbeitsniederlegung ausgerufen. Landesweit sind seit zwei Wochen alle Briefverteilzentren in den Arbeitskampf einbezogen. Laut Verdi haben mittlerweile  gut 30.000 Beschäftigte bundesweit die Arbeit niedergelegt

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