Erste Betonelemente des neuen Kanals in der Ravensberger Straße versenkt Die Lutter gewinnt an Profil

Bielefeld (WB). Seit 1899 lag er unter einer fünf Meter dicken Bodenschicht vergraben, der Lutterkanal. Nach 116 Jahren wird das Backsteinrohr jetzt Stück für Stück frei gelegt und durch ein Kastenprofil ersetzt. In der Ravensberger Straße, kurz bevor die auf die Teutoburger Straße trifft, wurden die ersten drei Beton-Fertigteil-Elemente auf die neue Sohlplatte aus Stahlbeton gesetzt.

Von Burgit Hörtrich
Roman Geißler und Xheladiyn Buja gehören zum Team der Firma Stewering, die den Lutterkanal saniert. Die ersten drei Betonprofile, Kästen von drei Metern Breite und zwei Metern Höhe, wurden jetzt auf die Sohlplatte aus Stahlbeton aufgesetzt.
Roman Geißler und Xheladiyn Buja gehören zum Team der Firma Stewering, die den Lutterkanal saniert. Die ersten drei Betonprofile, Kästen von drei Metern Breite und zwei Metern Höhe, wurden jetzt auf die Sohlplatte aus Stahlbeton aufgesetzt. Foto: Bernhard Pierel

Die »Kästen« sind jeweils drei Meter breit, zwei Meter hoch und wiegen 25 Tonnen pro Stück. Theo Heitkamp, Geschäftsführer der bauausführenden Firma Stewering (Borchen), sagt: »Unter guten Bedingungen ist es möglich, drei bis fünf dieser Betonelemente  einzusetzen.« Gute Bedingungen, das ist, so Michael Haver, Projektleiter des städtischen Umweltbetriebes, »Trockenheit«. Denn wenn es regnet, wird die Baugrube geräumt. Haver: »Sensoren im Lutterverlauf messen die Wassermenge und lösen gegebenenfalls Alarm aus. Zudem sind wir direkt mit dem Deutschen Wetterdienst verbunden, das schafft zusätzliche Sicherheit.«
Auch bei starkem Regen müsse das gesamte Lutterwasser durch die jeweilige Baugrube fließen können, deshalb müssen in den einzelnen Abschnitten wasserdichte Seitenwände hergestellt werden. Erst dann werde der obere Teil des alten, gemauerten Kanals abgetragen und durch die neuen Profile ersetzt. Die Betonkästen werden per Schwertransporter nach Bielefeld gebracht. Theo Heitkamp: »Vier bis fünf sind jeweils vor Ort.« Der Bodenaushub wiederum wird auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Eckendorfer Straße gelagert und aufbereitet. Michael Haver: »Später wird damit die Grube wieder aufgefüllt.«
Umweltdezernentin Anja Ritschel räumt ein, dass mit der Luttersanierung »31 Millionen Euro unter der Erde verschwinden«: »Aber die Maßnahme ist längst überfällig.« Der Kanal sei durch und durch marode: »Angesichts seines Alters kein Wunder.«
Zu sehen sein werde nur die Offene Lutter – ein kleiner Teil des Wassers soll in einem Bachbett oberirdisch fließen. Anja Ritschel geht davon aus, dass die Planungsgenehmigung für das Projekt 2016 vom Verein Pro Lutter eingereicht wird. Das Projekt hänge mit der aktuellen Baustelle kaum zusammen, sagt die Dezernentin: »Sie wird aber bei den Anschlüssen, die verlegt werden, berücksichtigt.«
In den kommenden Sommerferien beginnen auch die Arbeiten am Regenrückhaltebecken in der Grünanlage am Gymnasium am Waldhof; Dauer: ein Jahr. Nach einem ersten Arbeitsgruppentreffen zur anschließenden Gestaltung des Parks der Menschenrechte würden, so Anja Ritschel, städtische Grünplaner zwei Ideenskizzen anfertigen, auf deren Grundlage weitergearbeitet werden solle. Anja Ritschel sagt, dass das Treffen  der Arbeitsgruppe neue Chancen für den Park aufgezeigt habe: »So gibt es jetzt, nachdem die Bäume entfernt wurden, neue, spannende Sichtachsen.«
Frank Stenert, unter anderem für die Informationen der Anwohner der Ravensberger Straße während der Arbeiten zuständig, bestätigt, dass sich die Probleme in Grenzen halten würden. Michael Haver bestätigt: »Die Anwohner hatten sich die Belastungen schlimmer vorgestellt.«

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