Grundschüler essen Samen der giftigen Pflanze Goldregen Giftalarm löst Großeinsatz aus

Bielefeld/Senne (WB). Weil Kinder gestern die Samen des giftigen Goldregens gegessen haben, rückten Feuerwehr und Notärzte zur Georg-Müller-Schule  in Senne aus. Die Schüler blieben jedoch unverletzt und kamen mit einem großen Schrecken davon.

Von Kerstin Sewöster
Großeinsatz an der Georg-Müller-Schule in Senne: Weil mehrere Schüler giftige Pflanzen gegessen hatten, rückten 29 Rettungskräfte an.
Großeinsatz an der Georg-Müller-Schule in Senne: Weil mehrere Schüler giftige Pflanzen gegessen hatten, rückten 29 Rettungskräfte an. Foto: Kerstin Sewöster

Bereits am Mittwoch seien einzelne Kinder mit den grünen Schoten auf dem Schulgelände herumgelaufen, erzählt Schulleiterin Regina Schmidt. »Ich habe gesagt, dass das keine Erbsen sind und bin selbst davon ausgegangen, dass es sich um Wicken handelt«, räumte Sachkundelehrer Dennis Braun ein. Alarmbereitschaft herrschte im Kollegium, als am Donnerstag Kinder die Schoten in ihren Brotdosen aufbewahrten und angaben, sie probiert zu haben.

Schulleiterin informierte den Rettungsdienst

Dennis Braun ließ sich die Pflanzen zeigen, die er per Internet-Recherche als Goldregen identifizierte, der bekanntermaßen sehr  giftig ist. Die sofort alarmierte Schulleiterin informierte sich bei der Giftnotzentrale, und die empfahl, die Kinder vorsorglich ins Krankenhaus zu fahren. »Ich habe gleich die 112 angerufen«, sagte Regina Schmidt.

Während die Feuerwehr mit zwei Rettungswagen und Krankentransportern sowie Hubschrauber Christopher 13 anrückte und als Verstärkung zwei Fahrzeuge aus dem Kreis Gütersloh anforderte, nutzten die Lehrer die Zeit, die 205 Mädchen und Jungen der Georg-Müller-Schule zu befragen. Von acht Kindern, die zugaben, die Samen probiert zu haben, blieben drei Erstklässler übrig, die nach eigenen Angaben etwa fünf Samen gegessen hatten. »Laut Notärztin ist der Verzehr eines einzelnen Samens unbedenklich«, sagte Sachkundelehrer Braun.

Ein Kind kam vorsorglich ins Krankenhaus

Die zwei Mädchen und der Junge wurden von zwei Notärzten betreut. Ein Kind wurde vorsorglich ins Kinderkrankenhaus Bethel gebracht und dort mit medizinischer Kohle versorgt, die die Giftstoffe binden sollte. Zwei Kinder wurden von ihren Eltern mitgenommen und daheim mit dem Medikament versorgt. »Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn die Kinder sind beschwerdefrei«, sagte Einsatzleiter Peter Palsbröker.

Alle Pflanzenteile des gemeinen Goldregens, der auch Bohnenbaum genannt wird, sind giftig. Am gefährlichsten sind jedoch die  reifen Samen, die im Spätherbst ausgereift sind. Tödlich kann der Verzehr von Goldregensamen für Kinder sein, wenn sie mehr als 15 Samen essen, was dem Inhalt von vier bis fünf Hülsen entspricht.

Wegen seiner Gefährlichkeit – für Erwachsene sind 23 Samen lebensbedrohlich – wird empfohlen, Goldregen von Kinderspielplätzen, Kitas, Schulen und Familiengärten fern zu halten. Auf dem Gelände der  Georg-Müller-Schule hatte sich die Pflanze laut Schulleiterin Schmidt selbst ausgesät. Der Hausmeister habe die Pflanze gleich gestern vom Schulhof beseitigt, hieß es.

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