Bielefelder Mazyar Gheiby macht als syrischer Reporter eine satirische Umfrage in Dresden  Auftritt in der »ZDF-heute-show« 

Bielefeld (WB). Eigentlich schreibt der Bielefelder Mazyar Gheiby gerade an seiner Bachelorarbeit. Doch sein Auftritt am Freitag war nicht wissenschaftlich, sondern reine Satire. In der »ZDF-heute-Show« agierte er als syrischer Journalist – und Millionen TV-Zuschauer sahen zu.

Von Stefan Biestmann
Satirischer Auftrag: Mazyar Gheiby (Mitte), Ralf Kabelka und Catherine Gilardone recherchieren in Dresden.
Satirischer Auftrag: Mazyar Gheiby (Mitte), Ralf Kabelka und Catherine Gilardone recherchieren in Dresden.

 Der 24-jährige Student besuchte gemeinsam mit »heute-Show«-Reporter Ralf Kabelka, gebürtiger Paderborner, und einer Begleiterin mit Kopftuch die Stadt Dresden. Das TV-Team wollte angesichts der Pegida-Proteste erforschen, wie ausländerfeindlich die Stadt tatsächlich ist. Doch wie schaffte Mazyar Gheiby den Sprung in die Show? »Im Jahr 2010 habe ich ein Praktikum bei der ›heute-Show‹ absolviert«, berichtet er.

 Dort hinterließ er einen so guten Eindruck, dass er bereits vor eineinhalb Jahren erstmals in der Sendung auftrat. Jetzt klingelte wieder das Telefon des Bielefelders. »Man hat mich einen Tag vor den Dreharbeiten in Dresden gefragt, ob ich mitwirken möchte. Ich habe sofort zugesagt«, sagt er.

 Mazyar Gheiby, dessen Vater aus dem Iran stammt, stellte während der Recherchen als syrischer Reporter in Dresden die Fragen auf Persisch. »Die syrische Landessprache ist eigentlich Arabisch, aber das hat kein Passant bemerkt.« Und niemandem fiel auf, dass der Bielefelder nur ein paar Brocken Persisch beherrscht. »Ich habe Sätze gesagt wie ›Heute habe ich geduscht‹ oder ›Heute habe ich gegessen‹«, sagt Mazyar Gheiby lächelnd. »Heute-Show«-Reporter Kabelka übersetzte die Fragen für die Passanten völlig anders. Die »Suche« nach fremdenfeindlichen Bürgern in Dresden fiel schwer. »Die Menschen, die wir getroffen haben, sind sehr freundlich und tolerant«, berichtet Mazyar Gheiby. Und so stellt Kabelka auch fest: »Hier ist keiner ausländerfeindlich.« Im TV-Beitrag wirkt auch der in Dresden lebende Kabarettist Olaf Schubert mit. »Der ist auch privat sehr lustig«, sagt Gheiby.

 Drei Stunden drehte Mazyar Gheiby mit dem ZDF-Team. »Es hat viel Spaß gemacht.« Jetzt gilt aber wieder die Konzentration der Bachelorarbeit, die er im Studiengang Medien und Kommunikation an der Uni Passau schreibt. Seine berufliche Zukunft lässt der Bielefelder offen. »Aber auf einen weiteren Auftritt in der ›heute-Show‹ habe ich immer Lust.«

 Hier geht es zum TV-Beitrag: www.zdf.de/ZDFmediathek/ beitrag/video/2386110/

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